Arsenal reagiert auf Torwart-Not und sieht Youngster in Frankreich in der Kritik
Bei Arsenal überschlagen sich die Ereignisse. Während die Frauen-Mannschaft nach einer schweren Verletzung ihrer Stammtorhüterin schnell Ersatz verpflichtet, sorgt ein hochtalentiertes Leihgeschäft des Herren-Teams in Frankreich für Negativschlagzeilen.
Kontroverse um Nwaneris Einsatz im Pokal
Im französischen Pokal-Achtelfinale zwischen dem Olympique Marseille und Stade Rennes am 3. Februar 2026 stand der 18-jährige Arsenal-Leihling Ethan Nwaneri im Mittelpunkt eines Eklats. In der 22. Minute ging der Mittelfeldspieler mit voller Wucht in einen Zweikampf gegen den finnischen Nationalspieler Glen Kamara und traf diesen hart am Knöchel. Kamara musste verletzt ausgewechselt werden. Die Reaktionen in den französischen Medien waren scharf. Eurosport Frankreich sprach von einem „horrorartigen“ Foul, das eine rote Karte verdient hätte.
Diese Einschätzung teilten auch der Rennes-Trainer Habib Beye und regionale Zeitungen. Laut Beye entschuldigten sich die Schiedsrichter nach dem Spiel sogar und räumten einen Fehler ein. Das Regionalblatt „La Provence“ vergab für Nwaneris Leistung nur eine 4 von 10 und kritisierte seine Unbeständigkeit. Der Grund, warum Nwaneri dennoch nur eine gelbe Karte sah: Im Achtelfinale des französischen Pokals kommt keine Videobeweis-Technologie (VAR) zum Einsatz, wie RMC Sport in seiner Live-Berichterstattung betonte. Trainer Roberto De Zerbi zog den jungen Engländer in der Halbzeitpause vorsorglich aus der Partie, die Marseille mit 3:0 gewann.
Eiltransfer für die Frauen nach schwerer Verletzung
Parallel dazu musste Arsenal bei den Frauen schnell handeln. Nach dem gewonnenen Champions-Cup-Finale gegen Corinthians, bei dem Torhüterin Anneke Borbe in der Nachspielzeit nach einem Zusammenprall mit Teamkollegin Lotte Wubben-Moy schwer verletzt und mit Sauerstoffmaske vom Platz getragen wurde, benötigte der Club dringend Verstärkung. Die Lösung ist ein Leihgeschäft: Am 3. Februar 2026 gab der Verein die Verpflichtung der tschechischen Nationaltorhüterin Barbora Votíková bis Saisonende bekannt.
Die 29-jährige Votíková, die über 56 Länderspieleinsätze verfügt und bereits WSL-Erfahrung von einer früheren Station bei Tottenham mitbringt, soll „zusätzliche Absicherung und Konkurrenz“ in die Torhüter-Einheit bringen, wie Trainerin Renee Slegers erklärte. Die erfahrene Torfrau soll dazu beitragen, den Titelkampf der Gunners in der laufenden Saison aufrechtzuerhalten. Der Verein sieht sich durch ihren Hintergrund in europäischen Topligen gut gerüstet.
Die Entwicklungen zeigen zwei Seiten des Profifußballs: Einerseits die pragmatische Notwendigkeit, durch einen erfahrenen Neuzugang eine durch Verletzung entstandene Lücke zu schließen. Andererseits die Herausforderung, junge Talente wie Nwaneri, den jüngsten Premier-League-Spieler der Arsenal-Geschichte, durch Leihgaben zu fördern und dabei auch mit Rückschlägen und Kontroversen umzugehen. Für Arsenal geht die Saison auf beiden Ebenen mit hohen Ambitionen und gesteigerter Aufmerksamkeit in die entscheidende Phase.