Arsenal bezwingt Chelsea und erreicht den Carabao-Cup-Finale nach nervösem Rückspiel
Mit einem späten Tor in der Nachspielzeit hat sich Arsenal London den Einzug ins Finale des Carabao Cups gesichert. Der 1:0 (4:2 Gesamt)-Sieg im Halbfinalrückspiel gegen den FC Chelsea am Donnerstagabend im Emirates Stadium war hart erkämpft und zeigt eine neue Facette der Mannschaft von Trainer Mikel Arteta.
Ein spätes Tor löst die Anspannung
Erst in der 97. Minute machte Kai Havertz den entscheidenden Treffer, als er Torhüter Robert Sanchez elegant ausdribbelte und ins leere Netz vollstreckte. Dieser späte Coup löste einen ohrenbetäubenden Lärm in der heimischen Arena aus und beendete eine Partie, die über weite Strecken ein taktisches Duell war. Arsenal, das mit einer 3:1-Führung aus dem Hinspiel gestartet war, bewahrte über die gesamte Spielzeit eine defensive Kontrolle und ließ den Rivalen kaum zu klaren Chancen kommen.
Die Mannschaft beschränkte Chelsea auf nur zwei Torschüsse aufs Tor und vermied die unachtsamen Fehler, die in dieser Saison bereits Punkte gekostet hatten. Die Stimmung im Stadion, die in dieser Saison oft als nervös beschrieben wurde, hielt der Prüfung stand – es gab kaum ängstliche Rufe, als die Führung über Minuten hinweg gehalten werden musste.
Für Arsenal bedeutet der Finaleinzug das Ende einer kleinen Negativserie, denn die Gunners hatten zuvor ihre letzten vier Halbfinal-Duelle in verschiedenen Wettbewerben verloren. Das Endspiel findet am 22. März im Wembley-Stadion statt, wo der Gegner entweder Manchester City oder Newcastle United sein wird.
Ein ungewöhnlicher Weg zum Erfolg
Ein zentraler Aspekt des Sieges war der taktische Wechsel. Arsenal sah sich einer ungewöhnlich hoch stehenden Chelsea-Abwehr gegenüber, die das gewohnte Kurzpassspiel der Gastgeber effektiv unterband. Als Reaktion griff Artetas Team zu einem selten genutzten Plan B: Statt durch die Reihen zu kombinieren, schlugen sie gezielt lange, vertikale Bälle in die Tiefe, vor allem auf Stürmer Gabriel Martinelli.
Spielmacher Declan Rice war dabei besonders aktiv. Diese direktere Herangehensweise brachte die besten Momente der ersten Hälfte, auch wenn die großen Chancen zunächst ausblieben. Erst in den Schlussminuten öffneten sich Räume für Konter, die schließlich zum siegbringenden Tor führten. Dieser pragmatische Ansatz könnte für Arsenal in der heißen Phase der Saison von wachsender Bedeutung sein.
Der Gewinn des Carabao Cups wäre der erste Titel für den Club seit dem FA-Cup-Sieg 2020. Für Trainer Arteta hat dieser Wettbewerb eine besondere symbolische Bedeutung. Er sprach davon, dass er den Start eines „Erfolgszyklus“ bieten könne, eine Art Sprungbrett für größere Trophäen. Aus seiner Zeit als Assistent von Pep Guardiola bei Manchester City kennt er den Effekt: City gewann zweimal den Liga-Pokal und sicherte sich später in derselben Saison auch die Meisterschaft.
Da der FA-Cup-Sieg 2020 während der Covid-Pandemie ohne volles Stadion stattfand, wird dies für Arsenal das erste Endspiel mit Fans seit der Niederlage im Carabao-Cup-Finale 2018 sein. Für den Club, der auch in der Premier League und der Champions League im Rennen ist, bleibt eine potenziell historische Saison damit voll im Plan.