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Arizona Cardinals verpflichten Mike LaFleur als neuen Head Coach

Die Arizona Cardinals haben ihren neuen Trainer gefunden. Der Klub aus dem NFC West verpflichtete am 1. Februar 2026 Mike LaFleur, den bisherigen Offensive Coordinator der Los Angeles Rams, mit einem Fünfjahresvertrag. Die Entscheidung beendet eine monatelange Suche nach einem Nachfolger für Jonathan Gannon, der nach einer enttäuschenden 3-14-Saison und einer Gesamtbilanz von 15-36 in drei Jahren am 5. Januar entlassen wurde.

Eines der dringlichsten Probleme, das LaFleur in Arizona erwartet, ist die Quarterback-Frage. Kyler Murrays Zukunft ist ungewiss, obwohl ihm bereits 39,8 Millionen Dollar garantiert sind. Die finanziellen Implikationen sind komplex: Sollte Murray am fünften Tag der Liga-Saison 2026 im Kader stehen, wird sein Gehalt von 19,5 Millionen Dollar für 2027 voll garantiert. Diese Vertragsstruktur erschwert einen möglichen Wechsel erheblich.

Eine schwierige Ausgangslage

LaFleur, 38, übernimmt ein Team im Umbruch. Die Offensive der Cardinals rutschte in der vergangenen Saison auf Rang 19 ab, die Defense sogar auf Platz 27. Immerhin hält das Team den dritten Pick im anstehenden Draft. Die Aufgabe ist enorm, besonders in einer Division, dem NFC West, in der alle drei Konkurrenten zuletzt die Play-offs erreichten. Team-Besitzer Michael Bidwill äußerte jedoch öffentlich die Erwartung, dass LaFleur die Wende „im ersten Jahr, nicht im zweiten Jahr“ einleiten solle.

Die Verpflichtung folgte einem umfangreichen Auswahlverfahren. Aus einem Pool von 16 Kandidaten hatten sich drei Finalisten herauskristallisiert: Neben LaFleur waren dies Raheem Morris, der nun Defensive Coordinator bei den San Francisco 49ers wird, und Anthony Campanile. LaFleurs offensive Kreativität und seine siebenjährige Erfahrung mit der NFC West in den letzten neun Saisons gaben letztlich den Ausschlag.

„Mike LaFleur besitzt alle Eigenschaften, die notwendig sind, um dieses Team als Head Coach zum Erfolg zu führen“, erklärte Besitzer Bidwill. „Er hat einen außergewöhnlich scharfen, kreativen Football-Verstand und ist ein dynamischer und innovativer Leader.“

Von den Jets zu den Rams: Ein steiler Aufstieg

LaFleurs Karriere begann als Offensive Assistant in Cleveland und Atlanta. Unter Kyle Shanahan bei den San Francisco 49ers (2017-2020) machte er sich als Passing Game Coordinator einen Namen. Seine Zeit als Play-Caller für die New York Jets von 2021 bis 2022 war jedoch schwierig; die Offensen rangierten auf den Plätzen 26 und 25 und überschritten nie die Marke von 18,2 Punkten pro Spiel.

Der Durchbruch gelang ihm bei den Rams. In seiner dreijährigen Amtszeit stieg die Offensive zur Spitze der Liga auf. 2025 führten die Rams die Liga in Yards pro Spiel, Punkten (30,5 pro Spiel) und Pass-Yards (268,1) an. Obwohl Head Coach Sean McVay primär die Plays callte, waren LaFleurs Ideen allgegenwärtig. Ein besonderes Augenmerk dürfte die Cardinals-Führung auf ein Spiel im Dezember 2025 gelegt haben: LaFleur durfte die Plays callen und leitete eine 530-Yard-Offensive mit sechs Touchdowns zu einem 45:17-Erfolg gegen Arizona – eine Art praktisches Vorstellungsgespräch.

General Manager Monti Ossenfort betonte LaFleurs Erfahrung: „In seiner Karriere war Mike bei einigen der besten und klügsten Trainer im Football und war ein Schlüsselbeitraggeber für sehr erfolgreiche Teams. Er versteht, wie gewinnender Football aussieht.“

Die ersten Reaktionen auf die Verpflichtung fallen gemischt aus. Während Bleacher Report die Note A-minus für die Einstellung eines „bewährten Offensiv-Masterminds unter 40“ vergab, urteilte Yahoo mit einem „C“ und verwies auf den schwachen Kader und die unklare Quarterback-Situation.

LaFleur, der jüngere Bruder von Green Bay Packers Head Coach Matt LaFleur, zeigte sich motiviert. „Ich könnte nicht begeisterter sein, Head Coach der Arizona Cardinals zu werden“, sagte er in einer Team-Mitteilung. „Nachdem ich in den letzten Jahren so oft in der NFC gegen sie angetreten bin, kenne ich das Talent und die Zähigkeit des Teams.“

Neben der Klärung der Quarterback-Position muss LaFleur nun schnell sein Trainerteam komplettieren. Die Cardinals hoffen, dass mit ihm eine neue, erfolgreiche Ära in der extrem kompetitiven NFC West beginnt. Der nächste Kapitel für die Cardinals ist eröffnet.

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Christoph Alexander Breyer

Christoph Alexander Breuer ist Redakteur und Analyst mit Schwerpunkt auf Sport und Finanzmärkte. Er berichtet über wirtschaftliche Hintergründe im Profisport, Unternehmensentwicklungen und Markttrends und ordnet komplexe Zusammenhänge verständlich für die Leser ein.

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