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Gewinnmitnahmen drücken Börsen – Bilanzen stützen

Frankfurt (Reuters) – Wegen des weiter grassierenden Coronavirus gehen einige Europa-Anleger vor dem Wochenende auf Nummer sicher und machen Kasse.

Gewinnmitnahmen drücken Börsen - Bilanzen stützenGewinnmitnahmen drücken Börsen - Bilanzen stützen

Ermutigende Firmenbilanzen verhinderten am Freitag jedoch größere Kursverluste. Dax und EuroStoxx50 fielen um jeweils etwa 0,3 Prozent auf 13.518 und 3796 Punkte.

“Es gibt immer noch mehr Ansteckungen als geheilte Patienten, auch wenn die Zahl der neuen Infektionen zurückgegangen ist”, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. “Nach wie vor ist auch nicht klar, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Quarantäne von weiten Teilen der Volksrepublik Chinas aussehen werden.”

Unterdessen sank die deutsche Industrieproduktion so stark wie zuletzt 2009. Eine Trendwende sei angesichts der schwachen Auftragseingänge nicht in Sicht, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. “Die infolge des Coronavirus unterbrochenen Lieferketten werden in den kommenden Monaten noch zu einem weiteren Belastungsfaktor für die deutschen Exporte.”

Knock-Outs zum Ölpreis Brent

Kurserwartung

Ölpreis Brent -Rohstoff wird steigen
Ölpreis Brent -Rohstoff wird fallen
Höhe des Hebels

510152030
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ÖLPREIS IM AUFWIND – US-DATEN ERWARTET

Den wieder wachsenden Konjunktursorgen zum Trotz deckten sich Anleger mit Rohöl ein. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 55,14 Dollar je Barrel (159 Liter). Insidern zufolge diskutiert die Opec mit ihren Verbündeten über eine zusätzliche Drosselung der Produktion um 600.000 Barrel pro Tag.

Daneben warteten Börsianer gespannt auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag (MEZ), von denen sie sich Rückschlüsse auf die Geldpolitik der Notenbank Fed erhoffen. Experten rechnen für Januar mit 160.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, nach einem Plus von 145.000 im Vormonat. “Größere Beachtung dürfte das Lohnwachstum erfahren”, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. “Schließlich hat die Fed vergangene Woche klar kommuniziert, dass sie mit der Inflationsentwicklung unzufrieden ist.”

FIRMENBILANZEN STÜTZEN BÖRSEN

Ein Gegengewicht den Virus-Sorgen sei die europäische Bilanzsaison, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. “Mehr als die Hälfte der Unternehmen übertrafen die Gewinnerwartungen bisher – gut 40 Prozent der Konzerne sogar um mehr als fünf Prozent. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die europäischen Konzerne ihre Gewinne im Schlussquartal 2019 um knapp 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern konnten.”

Bei den deutschen Unternehmen erfreute Ceconomy Investoren mit einem überraschend hohen Gewinn im wichtigen Weihnachtsquartal. Der Sparkurs beginne offenbar, Früchte zu tragen, schrieb Analyst Volker Bosse von Baader Helvea Bank. Ceconomy-Aktien stiegen um gut 18 Prozent, so stark wie seit einem Jahr nicht.

In Paris kletterten die Titel von L’Oreal auf ein Rekordhoch von 278,50 Euro. Alle Sparten des Kosmetikkonzerns hätten sich besser entwickelt als gedacht, schrieben die Analysten der Bank of America Merrill Lynch. Ihre Kollegen vom Vermögensverwalter Investec hoben den optimistischen Ausblick hervor. L’Oreal will trotz der Beeinträchtigungen durch den Coronavirus-Ausbruch 2020 stärker wachsen als der Branchendurchschnitt.

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