Zeugen in Noah Donohoe-Ermittlung berichten von nächtlichen Schreien und rätselhaftem Licht
Die Untersuchung zum Tod des 14-jährigen Noah Donohoe in Belfast hat neue beunruhigende Details aus der Nacht seines Verschwindens ans Licht gebracht. Ein Ehepaar schilderte vor Gericht, in der Nacht zum 21. Juni 2020 mehrfach Schreie gehört zu haben. Ein mysteriöser Lichtblitz an einem Fenster wurde ebenfalls gemeldet.
Zeugenaussagen und polizeiliche Ermittlungen
Tanya Brown, eine Anwohnerin in der Nähe des Verschwindensorts, sagte aus, sie habe gegen Mitternacht durch ihr offenes Fenster einen Schrei gehört, der „wie von einem Mädchen“ klang. Sie weckte ihren Mann Grant, und gemeinsam gingen sie in ihren Garten. Dort hörten sie einen zweiten Schrei. „Es bestand kein Zweifel, dass es sich um einen Menschen handelte“, betonte Brown. Ihr Mann Grant beschrieb den Schrei als „gedämpft“. Später, gegen 3 Uhr morgens, wurde er durch einen „weißen Blitz wie von einer Taschenlampe“ am Küchenfenster geweckt.
Die Anwältin der Familie Donohoe, Brenda Campbell KC, wies darauf hin, dass eine Nachbarin der Browns zur gleichen Zeit das Geräusch eines an ihrer Hintertür rüttelnden Menschen gehört hatte. Ein Polizeivertreter stellte die Frage, ob das beobachtete Licht nicht erst in der folgenden Nacht, während der bereits laufenden Suchaktion, aufgetaucht sein könnte. Grant Brown konnte dies nicht mit Sicherheit ausschließen.
Parallel zu diesen Zeugenaussagen rückten auch die polizeilichen Ermittlungen in den Fokus. Eine Detective Constable schilderte, sie habe eine beruhigende SMS an Noahs Handy geschickt, als er noch vermisst wurde. Das Telefon wurde später von einem Bürger in einem Park gefunden. Als Noahs Mutter Fiona das Gerät anrief, nahm die Beamtin ab, um sie sofort über den Fund zu informieren.
Fragen zu polizeilichen Aufzeichnungen
Ein anderer Polizeibeamter, der an der Suche beteiligt war, wurde zu einer Aussage befragt, die er sieben Monate nach Noahs Tod im Januar 2021 verfasst hatte. Darin hatte er Noahs Mutter mit den Worten zitiert, ihr Sohn sei in der Zeit vor seinem Verschwinden „sehr weinerlich“ gewesen und sie habe für ihn Schulberatung erbeten. Diese Details fanden sich jedoch nicht in seinen zeitnahen Notizen oder den Polizeilogs.
Campbell wies darauf hin, dass diese späte Aussage ein „wesentlich anderes“ Bild vermittele als die Schilderungen von Fiona Donohoe. Sie stellte zudem Fragen dazu, warum die Aussage „wie aus heiterem Himmel“ von einem höherrangigen Offizier angefordert worden sei, speziell mit dem Fokus auf Noahs Verhalten vor dem Verschwinden. In derselben Aussage wurde auch Noahs Interesse an dem Buch „12 Rules For Life“ des kanadischen Psychologen Jordan Peterson erwähnt, ein Detail, das in der Untersuchung bereits früher aufgetaucht war.
Noah Donohoe, ein Schüler des St. Malachy’s College, war im Juni 2020 tot in einem Sturmkanal im Norden Belfasts gefunden worden, sechs Tage nachdem er mit dem Fahrrad unterwegs zu Freunden gewesen war. Die Obduktion ergab Ertrinken als Todesursache. Die Untersuchung mit Jury wird fortgesetzt. Noahs Mutter Fiona hat an jedem Verhandlungstag teilgenommen.