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Zeuge vor Gericht: „Tujiokoe“ waren letzte Worte der Kianjokoma-Brüder

Die Anklage gegen sechs Polizeibeamte im Mordfall der Kianjokoma-Brüder stützt sich wesentlich auf eine neue, erschütternde Zeugenaussage. Ein Sicherheitsmann namens Kenya Newton schilderte dem Gericht, wie die Brüder vor ihrem Tod brutal geschlagen wurden und „Tujiokoe“ riefen – „Lasst uns retten“.

Brutaler Angriff statt Sprung aus Auto

Newton, der aus dem Schatten heraus beobachtet haben will, sagte aus, die Beamten hätten die wehrlosen Brüder mit langen Stöcken geschlagen und getreten. „Sie leisteten keinen Widerstand; sie waren verängstigt“, so die Aussage. Dies widerlegt die bisherige Darstellung der Verteidigung, wonach Benson Njiru und Emmanuel Mutura aus einem fahrenden Polizeiauto gesprungen seien, um einer Festnahme wegen Verstoßes gegen die Ausgangssperre zu entgehen.

Die pathologischen Befunde stützen die Aussage des Zeugen. Die Obduktionen hätten Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung ergeben, die nicht allein durch einen Sturz erklärt werden können. Die Verteidigung muss zudem erklären, wie zwei gefesselte Männer koordiniert aus einem fahrenden Land Rover springen konnten, ohne dass die Beamten es bemerkten oder verhinderten.

Für die Eltern der Opfer, die während der Verhandlung im Saal saßen, war die Schilderung eine erneute, schmerzhafte Konfrontation. Das Bild ihrer Söhne, die im Dunkeln verzweifelt um Rettung flehten, steht im Zentrum des Prozesses.

Prüfstein für Polizei-Verantwortlichkeit

Der Fall hat sich zu einem Prüfstein für die Rechenschaftspflicht der Polizei in Kenia entwickelt. Die Tode der jungen, ehrgeizigen Brüder, die keines schweren Verbrechens beschuldigt wurden, lösten 2021 landesweite Proteste aus und wurden zum Symbol für ein System polizeilicher Straflosigkeit.

Die Aussage des Sicherheitsmannes wird als zentraler Beweis gewertet, um das ursprüngliche Unfall-Narrativ der Polizei zu widerlegen. Die letzte Bitte „Tujiokoe“ bleibt im Verfahren präsent – ein beklemmendes Zeugnis dafür, dass die Brüder in ihren finalen Momenten wussten, dass sie nicht festgenommen, sondern gejagt wurden.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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