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Zeitstempel-Fehler führte zu Übersehen von Noah Donohoe auf Überwachungsvideo

Bei der Suche nach dem vermissten Noah Donohoe wurde entscheidendes CCTV-Material aus einem Freizeitzentrum in den ersten 24 Stunden offenbar nicht richtig ausgewertet, weil die Uhrzeit der Kameras nicht mit der Realzeit abgeglichen wurde. Das ging aus Zeugenaussagen in der dritten Woche der Untersuchung zu seinem Tod in Belfast hervor.

Kritischer Fehler in der Anfangsphase

Die Anwältin der Familie, Brenda Campbell KC, legte am Donnerstag vor dem Coroner’s Court Polizeilogs vor. Ein Eintrag vom 22. Juni 2020, 15:15 Uhr, besagte, die Aufnahmen vom „Grove“-Freizeitzentrum seien überprüft worden – mit „negativem Ergebnis“. Das Gericht sah jedoch später genau dieses Videomaterial, das Noah sehr wohl zeigte, wie er gegen 18:01 Uhr vorbeifuhr.

Campbell wies darauf hin, dass die Kamera etwa 43 Minuten nachging. „Wenn ein Beamter die Kamerazeit für 18 Uhr prüft, anstatt der realen Zeit, schaut er auf einen Zeitraum 40 Minuten, nachdem Noah vorbeigekommen ist. Und so wird er nie darauf zu sehen sein“, sagte sie. Dies sei eine grundlegende polizeiliche Maßnahme, den Zeitstempel zu überprüfen.

Detective Constable Keatley, die am Tag nach dem Verschwinden des 14-Jährigen im Juni 2020 Dienst hatte, sagte aus, sie habe selbst nicht mit der CCTV-Prüfung an jenem Montag zu tun gehabt. Auf die Frage, ob Noah auf dem Material „verpasst“ worden sei, antwortete sie mit „Ja“.

Polizeilogs zeigten später widersprüchliche Einträge: Mal hieß es, die Qualität der Aufnahmen sei „schlecht“ und habe einen „30-Minuten-Unterschied“, später, es sei kein Personal zum Bedienen der Anlage anwesend gewesen. Das als „Grove Wellbeing“ geführte Material wurde laut einem Protokoll erst am 26. Juni sichergestellt.

Emotionale Momente und weiterer Kontext

Der Vertreter der Polizei, Donal Lunny KC, argumentierte, der Fokus der Ermittlungen am Montag habe auf späteren Ereignissen gelegen, wie der Sichtung von Noahs Fahrrad gegen 19 Uhr. Die Bedeutung des Freizeitzentrum-Videos habe sich erst am Dienstag geändert, als Noahs letzte bekannte Sichtung später in der Zeitlinie angesiedelt wurde. Er betonte, es sei Standard, eine formale Zeitkontrolle erst bei der Beschlagnahme durchzuführen.

Constable Keatley schilderte unterdessen die emotional schwierige Kommunikation mit Noahs Mutter, Fiona Donohoe, die jeden Tag der Anhörung beiwohnt. Sie erinnerte sich, Noahs Handy beantwortet zu haben, als „Mama“ auf dem Display aufleuchtete. „Ich wollte nicht, dass sie aufgeregt wird“, sagte Keatley. Sie überbrachte Fiona Donohoe auch die Nachricht, dass die Kleidung ihres Sohnes gefunden worden war, und erinnerte sich, dass diese daraufhin „etwas in der Art sagte, dass sie wusste, er sei vielleicht nicht mehr am Leben“.

Noah Donohoe, Schüler des St. Malachy’s College, war sechs Tage, nachdem er sich mit dem Fahrrad auf den Weg zu Freunden gemacht hatte, tot in einem Regenablauf im Norden Belfasts aufgefunden worden. Die Obduktion ergab Ertrinken als Todesursache.

Die Untersuchung wird am Montag, dem 16. Februar, fortgesetzt.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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