Wohltätigkeitsorganisation sammelt 10.000 £ für dringend benötigte private Hilfe für Kinder
Eine schottische Wohltätigkeitsorganisation im Bereich der psychischen Gesundheit hat 10.000 £ gesammelt, um drei Jugendliche in akuter Krise mit privater Behandlung zu unterstützen, nachdem sie keine Hilfe über das NHS-System erhalten konnten. Tartan Talkers, eine kleine Organisation mit Sitz in Dunfermline, die sich der Prävention männlicher Selbstmorde widmet, sprang ein, nachdem die betroffenen Jugendlichen die Hotline der Organisation kontaktierten.
Jackie Walls, die Gründerin der Organisation, erklärte, dass die Jugendlichen Schwierigkeiten hatten, einen Termin beim Hausarzt zu bekommen oder eine Überweisung an die Kinder- und Jugendpsychotherapie-Dienste (CAMHS) zu erhalten, obwohl sie dringend Hilfe benötigten. „Unsere Hotline erhält regelmäßig Anrufe von Jugendlichen, die sich vom System im Stich gelassen fühlen“, sagte Walls. „Es ist kaum möglich, Hilfe zu bekommen. Viele Jugendliche berichten, dass sie entweder nicht überwiesen werden oder viel zu lange auf eine Intervention warten müssen.“
Da keine andere Option bestand, beschloss die Organisation, sich für den Zugang zu einem klinischen Psychologen in Edinburgh einzusetzen und die Behandlung privat zu finanzieren. „Wir fühlten, dass wir handeln mussten, also haben wir 10.000 £ gesammelt, um ihnen zu helfen. Es war der Unterschied zwischen Leben und Tod“, so Walls. „Ich glaube wirklich, dass wir mindestens einen der Jungen verloren hätten, wenn wir nicht eingegriffen hätten.“
Psychische Gesundheit und Wartezeiten: Ein landesweites Problem
Die Unterstützung, die die Jugendlichen erhielten, sei laut Walls „fantastisch“, doch private Betreuung sei für viele Familien schlichtweg unbezahlbar. „Wenn man in einer Krise ist und kein Geld hat, kann man solche Hilfe nicht bekommen. Es ist herzzerreißend, dass die Fachleute zur Verfügung stehen, aber es fehlt an Mitteln, um den Jugendlichen Zugang zu verschaffen“, erklärte sie weiter.
Die Organisation wurde 2022 von Jackie Walls gegründet, nachdem sie ihren Neffen Scott durch Selbstmord verloren hatte. Obwohl Tartan Talkers keine spezielle Jugendhilfeeinrichtung ist, erhält die Hotline regelmäßig Anrufe von Jugendlichen, die keine anderen Anlaufstellen haben, wobei der jüngste bekannte Anrufer erst 13 Jahre alt war.
Die Geschichte von Tartan Talkers ist nicht einzigartig und spiegelt landesweite Berichte wider, wonach Tausende von gefährdeten Kindern auf Wartelisten für psychische Gesundheitsdienste landen – teils über Jahre hinweg – trotz eines Versprechens der Regierung, dass Kinder innerhalb von 18 Wochen nach Überweisung behandelt werden sollen. Laut den neuesten Zahlen von Public Health Scotland wurden zwischen April und Juni 2023 mehr als 2.500 Überweisungen an CAMHS abgelehnt, was rund einem Drittel der Fälle entspricht.
Die Kampagne „Save Young Lives“, die im November ins Leben gerufen wurde, fordert dringende Maßnahmen zur Bekämpfung der psychischen Gesundheitskrise unter Jugendlichen. Die erschütternden Zahlen zeigen, dass 26 Prozent der Todesfälle unter jungen Schotten durch Selbstmord verursacht werden. Die Kampagne fordert kürzere Wartelisten und die Einführung von Suizidprävention als festen Bestandteil des Schulunterrichts.
Jackie Walls, die die Kampagne unterstützt, betont, dass frühe Intervention entscheidend sei. „Offene und sichere Gespräche können helfen, Stigmatisierungen zu reduzieren und Resilienz aufzubauen“, so Walls. „Wir müssen rechtzeitig handeln, bevor die Jugendlichen die Schule verlassen, anstatt später nur Notlösungen anzubieten.“ Sie warnt: „Wenn wir uns jetzt nicht um die psychische Gesundheit von Jugendlichen kümmern, riskieren wir eine verlorene Generation.“
Die jüngsten Daten zu Jugendtodesfällen in Schottland aus dem Jahr 2023 zeigen, dass von den 304 verstorbenen jungen Menschen 79 durch Selbstmord ums Leben kamen. Die Zahl der Überweisungen an CAMHS bleibt hoch, doch die Behandlungskapazitäten stoßen an ihre Grenzen.