Whistleblower im Krankenhaus-Skandal fordern „echte“ Entschuldigung
Die drei Ärzte, die auf die Infektionsproblematik im Queen Elizabeth University Hospital in Glasgow hingewiesen hatten, fordern weiterhin eine „echte“ Entschuldigung. Dies teilte ihre Anwältin im Rahmen einer Untersuchung mit.
Die drei Whistleblower – Dr. Teresa Inkster, Dr. Christine Peters und Dr. Penelope Redding – waren nach ihren Warnungen zur Wasserversorgung des Krankenhauses von NHS Greater Glasgow and Clyde (NHSGGC) inakzeptabel behandelt worden, so ihre Anwältin Helen Watts KC. Trotz der wiederholten Entschuldigungen des Gesundheitsdienstes sind die drei Ärzte noch immer besorgt über die Sicherheitslage im Krankenhaus.
Unzulänglichkeiten in der Krankenhauskultur
Das Thema wurde im Rahmen des Scottish Hospitals Inquiry in Edinburgh behandelt, das die Ursachen der Infektionen untersuchte, die zu Todesfällen geführt haben, darunter der von 10-jährigen Milly Main im Jahr 2017. In ihren Schlussplädoyers erklärte Watts, dass die Ärzte in gutem Glauben gehandelt hätten, doch immer noch Zweifel an den durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen und den Veränderungen im Krankenhausmanagement bestehen. Insbesondere unter den leitenden Managern des Bereichs Infektionsprävention und -kontrolle herrsche ihrer Meinung nach ein unzureichendes Verantwortungsbewusstsein.
Die NHS Greater Glasgow and Clyde hatte in ihren Schlusserklärungen eine „sichere und uneingeschränkte Entschuldigung“ für die betroffenen Patienten und deren Familien ausgesprochen und zugleich versichert, dass das Krankenhaus heute sicher sei. Zugleich räumte das Krankenhaus ein, dass die Whistleblower nicht „in der gebotenen Weise behandelt“ worden seien und dass die Behandlung einen erheblichen Einfluss auf ihr Wohlbefinden gehabt habe.
Allerdings kritisierte Watts, dass das Gesundheitsunternehmen nicht die Verantwortung für die fehlerhafte Behandlung übernommen habe, sondern lediglich eine Entschuldigung für die „Kultur“ innerhalb der Organisation angeboten habe. Eine Entschuldigung von denen, die tatsächlich für die Probleme verantwortlich sind, sei ihrer Meinung nach notwendig, um echtes Bedauern zu zeigen und die Lehren aus den Fehlern zu ziehen.
Die Whistleblower sind nach wie vor besorgt darüber, ob die ergriffenen Maßnahmen ausreichen, um die Patienten zu schützen. Watts betonte, dass ihre Mandanten hochqualifizierte Fachärzte im Bereich der Mikrobiologie und Infektionskontrolle sind und die gegen sie erhobenen Vorwürfe, sie hätten in „schlechtem Glauben“ gehandelt, ungerechtfertigt seien.
Obwohl NHS Greater Glasgow and Clyde inzwischen Schritte zur Verbesserung der Infrastruktur des Krankenhauses angekündigt hat, bleibt die Frage nach einer echten und tief empfundene Entschuldigung sowie den fortgesetzten Veränderungen offen.