Wetherspoon nimmt Mixed Grill vom Menü: Sir Tim Martin erklärt umstrittene Entscheidung
Wetherspoon hat das beliebte Gericht „Mixed Grill“ aus seiner Speisekarte gestrichen, und das aus einem ganz besonderen Grund: Zu viele Steaks wurden von Gästen zurückgegeben. Die Erklärung kam direkt von Sir Tim Martin, dem Geschäftsführer der beliebten britischen Pubkette, der den Schritt als eine „sehr heikle Angelegenheit“ bezeichnete.
Steakproblematik als Hauptursache
Die Entscheidung, das Gericht im Mai des vergangenen Jahres aus den Wetherspoon-Pubs zu entfernen, sei hauptsächlich durch die Vielzahl an Beschwerden über die Zubereitung der Steaks bedingt gewesen. „Es gibt keine zwei Menschen im Vereinigten Königreich, die sich darüber einig sind, was ein mittleres Steak ist“, erklärte Martin, was dazu führte, dass viele der Steaks wieder zurückgeschickt wurden. Dies habe im Betrieb zu erheblichen Problemen geführt, sodass die Kette sich letztlich entschloss, das Gericht ganz zu streichen.
„Es war einfach schwierig, das Gericht richtig zuzubereiten“, sagte Martin. „Also haben wir uns entschieden, das Menü zu vereinfachen. Wir machen jetzt das, was wir gut können.“ Trotz dieser Anpassung bleibt das Menü der Kette umfangreich, wie er versicherte.
Höhere Kosten und die Antwort von Wetherspoon
Zusätzlich zur Änderung des Menüs äußerte sich Martin auch über die steigenden Betriebskosten, die die Pubs in den letzten Jahren belasten. Insbesondere die Erhöhung der Nationalversicherungsbeiträge für Arbeitgeber sowie die gestiegenen Löhne im Rahmen der National Living Wage wurden von ihm scharf kritisiert. Diese Kostensteigerungen, die allein in Martins erster Haushaltsrede vor rund einem Jahr 1,2 Millionen Pfund pro Woche für Wetherspoon ausmachten, belasten die Kette enorm.
„Die Kostensteigerungen in den letzten Jahren waren enorm“, betonte Martin. „Im ersten Haushaltsplan waren es 60 Millionen Pfund pro Jahr, und im aktuellen Jahr ist der Betrag noch höher.“ Diese finanziellen Belastungen seien ein entscheidender Faktor für die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Pubkette derzeit kämpfe.
Um dieser schwierigen Situation zu begegnen, habe Wetherspoon versucht, den Verkauf von Bier zu steigern, um die Einnahmen zu erhöhen. Trotz dieser wirtschaftlichen Herausforderungen erklärte Martin, dass er sich nicht zu politischen Handlungen wie der Ausschließung von Labour-Abgeordneten aus seinen Lokalen hinreißen lassen würde. „Wir brauchen jedes Geld, das wir bekommen können“, so Martin, der sogar bereit wäre, dem Vorsitzenden der Labour-Partei, Sir Keir Starmer, ein Bier auszugeben.
Die Pubkette steht nicht nur aufgrund von Kostensteigerungen unter Druck, sondern auch aufgrund von veränderten Konsumgewohnheiten. „Menschen bleiben immer öfter zu Hause und veranstalten Dinnerpartys“, stellte Martin fest und führte dies als einen weiteren Grund an, warum die Pubbranche in den letzten Jahren stagnierte.
Am 23. Januar 2026 gab Wetherspoon eine Gewinnwarnung heraus, nachdem bekannt wurde, dass die Kosten im ersten Halbjahr um 45 Millionen Pfund gestiegen waren. Die Kette, die rund 800 Bars im Vereinigten Königreich betreibt, ist von den steigenden Kosten, die insbesondere durch höhere Löhne und Geschäftssteuern entstehen, erheblich betroffen.