Wenigstens 933 Migranten kamen im Januar 2026 über den Ärmelkanal nach Großbritannien
Stärkste Rückgang der Ankünfte seit fünf Jahren
Im Januar 2026 verzeichnete Großbritannien die niedrigste Zahl von Migranten, die im ersten Monat des Jahres den Ärmelkanal überquerten, seit fünf Jahren. Nur 933 Migranten erreichten das Land über kleine Boote, was einen signifikanten Rückgang im Vergleich zu den vorherigen Jahren darstellt.
Der Rückgang der Ankünfte im Januar wird teils dem schlechten Wetter zugeschrieben, das vermutlich viele Migranten von der gefährlichen Reise abgehalten hat. Besonders stürmisches Wetter, wie der jüngste „Storm Chandra“, könnte ein bedeutender Faktor gewesen sein. Keine Migrationen fanden am 31. Januar statt, was die Reihe von zwölf Tagen ohne Überquerungen fortsetzte. Dies unterstreicht einen bemerkenswerten Abwärtstrend bei den Kanalüberquerungen, der für Januar 2026 den niedrigsten Wert seit 2021 markiert.
Im Vergleich zu den 1.098 Migranten, die im Januar 2025 ankamen, ist die Zahl der Ankünfte um 15 Prozent gesunken. Auch der Wert des Januars 2024, mit 1.335 Migranten, wurde um rund 30 Prozent unterschritten.
Regierungsmaßnahmen und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen
Zur gleichen Zeit treten neue Maßnahmen der britischen Regierung in Kraft, die darauf abzielen, die illegale Migration weiter zu stoppen. Das Innenministerium hat angekündigt, dass Anzeigen in sozialen Medien, die Migranten illegale Routen nach Großbritannien empfehlen, nun strafrechtlich verfolgt werden können. Diese Anzeigen könnten mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden, sobald das neue Gesetz des „Border Security, Asylum and Immigration Act“ am Montag aktiviert wird.
Minister für Grenzsicherheit, Alex Norris, warnte in einer Stellungnahme, dass die Regierung alles daran setzen werde, „Menschenhändler und Schlepper zu fassen“. Im Rahmen der Maßnahmen wird auch das National Crime Agency (NCA) Online Communications Centre überwachen, um die sozialen Netzwerke nach Verbindungen zu durch illegalen Schleppernetze zu durchsuchen. Dies könnte dazu führen, dass sogenannte „Service Agents“, die Migranten mit Schleppern für Bootsüberquerungen oder andere illegale Routen in Verbindung bringen, ins Visier genommen werden.
Die britische Regierung intensiviert ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Schleusern und der illegalen Migration. Premierminister Sir Keir Starmer erwähnte während eines offiziellen Besuchs in China, dass er mit den chinesischen Behörden ein Abkommen getroffen habe, das den Export von Bootsmotoren in Länder wie Großbritannien einschränken soll. Diese Motoren sind bei Schleppern beliebt, da 60 Prozent der Boote, die 2025 den Kanal überquerten, mit Motoren aus China ausgestattet waren.