Wendepunkt im Fall Victoria Hall: Mörder bekennt sich nach 25 Jahren
Der Mord an der 17-jährigen Victoria Hall blieb mehr als ein Vierteljahrhundert lang ungelöst, bis der sogenannte Suffolk-Stranglermörder Steve Wright nun endlich seine Schuld eingestand. Ein dramatischer Wendepunkt im Fall, der sowohl die Familie als auch die Öffentlichkeit seit Jahren erschüttert.
Die letzten Ereignisse
Am 2. Februar 2026, dem ersten Tag seines Prozesses, änderte Wright überraschend seine Haltung und bekannte sich erstmals des Mordes schuldig. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Familie der Opfer bereits viele Jahre auf Gerechtigkeit gewartet hat. Wright, der bereits wegen der Morde an fünf weiteren Frauen aus Ipswich verurteilt wurde, wird am 6. Februar 2026 für den Mord an Victoria Hall verurteilt.
Der Fall Victoria Hall begann am 19. September 1999, als die junge Victoria Hall aus Trimley St Mary in Suffolk zusammen mit ihrer Freundin Gemma Algar das Bandbox-Nachtclub in Felixstowe besuchte. Nach einem gemeinsamen Ausflug trennten sich die beiden gegen 2:20 Uhr nachts. Victoria war nur wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt, als sie verschwand. Am nächsten Morgen, als sie nicht zurückkehrte, meldeten ihre Eltern sie als vermisst. Bereits fünf Tage später, am 24. September 1999, wurde ihre Leiche in einem Graben in Creeting St Peter gefunden, rund 40 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt.
Erst Jahre später, 2006, geriet Steve Wright ins Visier der Polizei, als er als Hauptverdächtiger in einer Reihe von Morden an Prostituierten in Ipswich festgenommen wurde. Ein erschreckendes Muster von Tötungen führte schließlich zu seiner Verhaftung, und 2008 wurde er wegen der Morde an fünf weiteren Frauen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Doch der Fall von Victoria Hall blieb ungelöst – bis er 2021 wieder aufgerollt wurde. Wright wurde im Zusammenhang mit diesem Fall erstmals im Juli 2021 festgenommen.
Im Mai 2024 wurden ihm schließlich die Entführung und der Mord an Victoria Hall sowie der versuchte Mord an einer weiteren Frau, Emily Doherty, vorgeworfen. Doch Wright plädierte zunächst auf nicht schuldig, was den Fall weiter verzögerte.
Ein langer Weg zur Gerechtigkeit
Der Fall, der jahrelang in der Schwebe war, wurde nach den Verhaftungen von 2021 und 2023 wieder intensiver untersucht. Erst 2026, nach weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen und einer gescheiterten Klage, die eine Erwähnung seiner früheren Mordverurteilungen verhindern sollte, gestand Wright seine Schuld.
Die Familie Hall, die über 25 Jahre auf Antworten wartete, hatte in der Zwischenzeit einen dramatischen Verlust erlitten: Victoria Halls Mutter, Lorinda Hall, starb im Dezember 2025, bevor sie die Gerechtigkeit für ihre Tochter erleben konnte.
Mit der Änderung seines Plädoyers zeigt Wright nun Reue – oder zumindest ein Ende der langen juristischen Auseinandersetzungen. Das Verfahren, das ursprünglich für den 2. Februar angesetzt war, wird nun mit einer Verurteilung am 6. Februar abgeschlossen. Für die Familie Hall, die auf diesen Moment so lange gewartet hat, ist dies ein bittersüßer Sieg nach einem erschütternden Verlust.