Wahlkampf in Gorton und Denton: Labour im Kampf um den Sitz
Am 26. Februar 2026 findet in Gorton und Denton, einem Wahlkreis in Greater Manchester, eine entscheidende Nachwahl statt. Diese wird durch den überraschenden Rücktritt des langjährigen Labour-Abgeordneten Andrew Gwynne ausgelöst, der aufgrund gesundheitlicher Gründe sein Mandat niedergelegt hat. Die Wahl verspricht, ein harter Kampf für die wichtigsten Parteien zu werden und stellt einen Test für die innere Einheit und Widerstandskraft der Labour Party dar, die derzeit mit internen und externen Herausforderungen zu kämpfen hat.
Andrew Gwynne, der über Jahre hinweg eine dominierende Figur in dem Wahlkreis war, hatte bei den Parlamentswahlen 2024 mehr als die Hälfte der Stimmen (18.555) für Labour gewonnen. Reform UK, angeführt von Nigel Farage, belegte den zweiten Platz mit 5.142 Stimmen, knapp vor den Grünen, die 4.810 Stimmen erhielten. Die Liberalen Demokrat*innen folgten auf den hinteren Rängen, sind jedoch nach wie vor aktiv in der Region.
Die Kandidatenfindung bei Labour war alles andere als problemlos. Der Entschluss, den Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, von einer Kandidatur auszuschließen – aufgrund einer Regel, die vermeidet, dass teure Nachwahlen für Bürgermeisterwahlen stattfinden – führte zu internen Spannungen. Laut BBC News unterschrieben etwa 50 Labour-Abgeordnete eine Protestnote, und die Tribune-Gruppe, die mehr als 100 Abgeordnete vertritt, zeigte sich enttäuscht. Burnham selbst erklärte im BBC Radio Manchester: „Ich wollte nicht die Regierung untergraben. Ich wollte mich einfach stellen, um gegen die Politik von Reform zu kämpfen und Greater Manchester zu verteidigen.“
Die Nationale Exekutive von Labour verteidigte ihre Entscheidung, da eine Wahl Burnham’s zum MP eine unnötige Bürgermeisterwahl nach sich gezogen hätte, was Ressourcen von anderen Wahlkämpfen abziehen würde. Diese Kontroverse hinterließ einige lokale Labour-Mitglieder enttäuscht, die in einem offenen Brief an Parteichef Sir Keir Starmer ihre Besorgnis äußerten und warnten, dass dies Reform UK in die Hände spielen würde.
Stogia übernimmt die Herausforderung für Labour
Inmitten dieses internen Drucks trat Angeliki Stogia auf den Plan, die seit 2012 als Stadträtin von Whalley Range tätige Politikerin und erste griechische Stadträtin in Manchester. Am 31. Januar 2026 wurde sie offiziell als Kandidatin für Labour bekanntgegeben. Bei ihrer Vorstellung in Longsight zeigte sich Stogia enthusiastisch und erklärte: „Ich bin absolut begeistert und freue mich über die Unterstützung von so vielen!“
Stogia, die ursprünglich aus Arta, Griechenland stammt und in den 1990er Jahren nach Großbritannien zog, hat sich in Manchester als engagierte Politikerin und Aktivistin einen Namen gemacht. Ihr politisches Engagement begann mit der Arbeit im Bereich der Stadtentwicklung, die ihre Leidenschaft für Fairness, Gleichheit und Nachhaltigkeit weckte. Sie setzte sich unter anderem während der Covid-19-Pandemie für den aktiven Verkehr und die Fußgängerzone auf Deansgate ein.
Stogia kandidierte bereits 2024 für Labour im Wahlkreis Chester South und Eddisbury und erreichte dort mit 32,1 % der Stimmen den zweiten Platz. Bei der Vorstellung ihrer Kandidatur erklärte sie, sie habe sich in den letzten 12 Jahren stets für bessere Wohnungen, besseren Verkehr und ein grüneres Manchester eingesetzt.
Der Wahlkampf von Labour steht jedoch unter keinem guten Stern. Parteichef Sir Keir Starmer, der während eines Japan-Besuchs von Journalisten auf die Frage angesprochen wurde, ob er in Gorton und Denton Wahlkampf machen werde, wich aus. „Wir werden unser Wahlprogramm noch vorstellen. Aber ich bin bereits ständig im ganzen Land unterwegs“, so Starmer gegenüber „The Telegraph“. Diese Nichtverpflichtung wurde von einigen als Zeichen für mangelnde Unterstützung für Stogia interpretiert, zumal sowohl Nigel Farage als auch Zack Polanski, der Vorsitzende der Grünen, in der Region Wahlkampf betrieben haben.
Reform UK hat Matt Goodwin, einen ehemaligen Akademiker und heutigen Moderator bei GB News, als Kandidaten aufgestellt, während die Grünen Hannah Spencer, eine Stadträtin und Klempnerin, ins Rennen schicken. Die Liberalen Demokrat*innen haben die lokale Aktivistin Jackie Pearcey nominiert. Laut ersten Umfragen könnte Reform UK Labour bei dieser Nachwahl um drei Prozentpunkte überholen, jedoch wurde auch festgestellt, dass Labour eine klare Führung hätte behalten können, hätte Burnham kandidieren dürfen.
Stogia geht in den Wahlkampf mit einer klaren Botschaft. Sie will gegen die „spaltende Politik“ von Reform UK ankämpfen. „Dies ist ein Moment der Entscheidung für Gorton und Denton – für eine Gemeinschaft, die vereint bleibt, oder für Politik, die Nachbarn gegeneinander aufbringt. Ich stehe für Einheit, Fairness und Hoffnung“, erklärte sie. Sir Keir Starmer griff Reform UK und ihren Kandidaten nach der Unterstützung von Tommy Robinson für Goodwin scharf an. „Das zeigt uns alles über die Politik, die sie in diese Nachwahl bringen wollen – die Politik der giftigen Spaltung“, sagte er.
Die internen Spannungen bei Labour bleiben nicht unbeachtet. Steve Rotheram, Labour-Bürgermeister der Liverpool City Region, kritisierte die „Kultur der anonymen Briefings“ innerhalb der Partei, die nur den Gegnern zugutekämen. Auch Burnham äußerte seinen Ärger über die Medienberichterstattung zu seiner blockierten Kandidatur und sagte, „die Leute denken, sie können sagen, was sie wollen“.
Trotz der Turbulenzen bleibt Stogia auf ihre Wahlkampagne fokussiert. „Jetzt stehe ich bereit, um Ihr Abgeordneter zu werden und unsere Gemeinschaft zu einen und gegen die spaltende Politik von Reform zu kämpfen“, betonte sie bei ihrer Vorstellung. Die Nachwahl in Gorton und Denton könnte somit ein richtungsweisender Test für die Fähigkeit von Labour werden, seine Basis zu halten und gegen die aufstrebenden Kräfte von Reform UK und den Grünen zu bestehen.