Vortrag: Wer keine Vollmachten hat, ist auf sich allein gestellt.

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Vortrag: Wer keine Vollmachten hat, ist auf sich allein gestellt.

Referent informiert über Verfügungen und Notlösungen und warnt gleichzeitig vor Versäumnissen.

In Ermangelung einer Vollmacht

“Jeder kann betroffen sein. Jeder von uns kann in die Situation kommen, dass er durch einen Unfall, eine Krankheit oder im Alter nicht mehr in der Lage ist, wichtige Angelegenheiten seines Lebens selbst zu regeln. Er verliert die Fähigkeit, sich selbst zu verständigen, Entscheidungen zu treffen und Rechtsgeschäfte zu tätigen.” Mit dieser Aussage eröffnete Marcus Rauwolf, Rentenberater aus Wertingen, die diesjährige Mitgliederversammlung der Seniorengemeinschaft Wertingen-Buttenwiesen.

Viele Menschen glauben immer noch, dass Ehepartner, Verwandte und Familienangehörige im Notfall automatisch eine Vollmacht haben, so seine Aussage. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der Gesetzgeber sieht vor, dass echte Rechtsgeschäfte nur dann im Namen einer Person vorgenommen werden können, wenn diese eine gültige Vollmacht besitzt. Fehlt eine gesetzliche Vollmacht, bestellt das Gericht einen Betreuer. Marcus Rauwolf: “Das kann auch ein Fremder sein – in knapp 50 Prozent der Fälle werden Berufsbetreuer oder ehrenamtliche Betreuer gewählt.”

Die Juristen sind sich einig, welche Vollmachten oder Verfügungen vorhanden sein sollten: Jeder, nicht nur Senioren, sollte eine Patientenverfügung, eine Betreuungsvollmacht, eine Vorsorgevollmacht und einen Notfallordner haben. Marcus Rauwolf betont: “Alle Vollmachten oder Verfügungen müssen eindeutig, aktuell und schriftlich sein.”

“Keine Vorkehrungen für den Notfall zu treffen, ist keine Lösung”, sagte der Referent, “und es sollten rechtmäßige Vollmachten und Verfügungen vorhanden sein, damit die Bevollmächtigten nicht über Leben und Tod entscheiden müssen.” Hans Josef Berchtold, Vorsitzender der Seniorengemeinschaft, lobte den Referenten für seinen interessanten und mitreißenden Impulsvortrag. “Die ausgewählten Fallbeispiele wurden gerade für Nichtjuristen gut verständlich vorgetragen und man konnte viel lernen, auch wenn man selbst schon Vorsorge getroffen hat.”

Auch die folgenden Vorträge sind fest eingeplant. Dr. Friedrich Brändle, Facharzt für Allgemeinchirurgie am Klinikum Wertingen, spricht am Donnerstag, 19. August, über das Thema “Der Darm, ein unterschätztes Organ”. Um 15 Uhr beginnt der Vortrag im Landgasthof Stark. Am Donnerstag, 21. Oktober, um 19 Uhr gibt es eine besondere Veranstaltung mit Tiki Küstenmacher, Theologe, Bestsellerautor, Cartoonist, Publizist und Redner zum Thema “Die Reise des Lebens mit leichtem Gepäck.” Sie findet im Festsaal des Wertinger Schlosses statt. (pm)

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