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Visadruck zeigt Wirkung: DR Kongo will abgeschobene Migranten zurücknehmen

Die britische Innenministerin Shabana Mahmood setzt ihre Strategie der Visasanktionen fort und verzeichnet einen weiteren Erfolg. Nach Angola und Namibia hat nun die Demokratische Republik Kongo (DRC) zugestimmt, abgelehnte Asylbewerber und Straftäter aus Großbritannien zurückzunehmen. Die Einigung erfolgte, nachdem London dem Land mit einem Visastopp für seine Bürger gedroht hatte.

Drohung mit Konsequenzen führt zum Einlenken

Bereits Ende Dezember 2025 hatte Mahmood der kongolesischen Regierung vorgeworfen, bei der Rückführung von Ausländern ohne Aufenthaltsrecht nicht zu kooperieren. Als Konsequenz kündigte sie an, die Visumerteilung für kongolesische Staatsbürger zu stoppen, Sonderbehandlungen für Diplomaten zu beenden und das beschleunigte Visumverfahren auszusetzen. Dieser Druck zeigte nun Wirkung.

„Meine Botschaft ist klar: Wenn ausländische Regierungen sich weigern, die Rückkehr ihrer Staatsbürger zu akzeptieren, dann werden sie Konsequenzen zu spüren bekommen“, sagte die Innenministerin. Das Ministerium machte konkret geltend, dass die Länder Abschiebungen behindert hätten, etwa durch die Verweigerung der Bearbeitung von Papieren oder die Forderung, dass Betroffene ihre eigenen Rückführungsdokumente unterzeichnen müssten – was ihnen ein effektives Vetorecht gegeben habe.

Obwohl die drei afrikanischen Länder nur für einen kleinen Teil der irregulären Migration nach Großbritannien verantwortlich sind, ermöglichen die neuen Vereinbarungen nach Angaben des Home Office die Abschiebung von bis zu 3.000 Personen.

Regierung will Abschiebezahlen weiter steigern

Die Drohungen mit Visa-Nachteilen sind Teil einer breiteren Kampagne der Labour-Regierung, die Zahl der Abschiebungen deutlich zu erhöhen und Fortschritte im Kampf gegen irreguläre Migration zu demonstrieren. Offizielle betonten, Länder, die nicht kooperieren, könnten keine „normale Visabeziehung“ mit Großbritannien erwarten.

Das Home Office hatte zuvor bereits Zahlen vorgelegt: Seit der Wahl 2024 seien mehr als 15.000 Menschen aus dem Vereinigten Königreich entfernt worden, was einem Anstieg von 45 Prozent im Vergleich zu den vorangegangenen 19 Monaten entspreche. Weitere 43.000 Menschen hätten das Land freiwillig verlassen, nachdem ihnen ihr illegaler Status mitgeteilt worden war.

Dennoch steht die Regierung weiter unter Druck. Seit der Wahl 2024 sind etwa 65.000 Menschen auf kleinen Booten über den Ärmelkanal eingereist, allein in diesem Jahr bisher 989. Vor diesem Hintergrund kündigte Shabana Mahmood an, die Abschiebungen weiter „hochzufahren“. Die Einigung mit der DR Kongo ist für sie ein Beleg, dass der harte Kurs Früchte trägt.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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