USA setzen Beziehungen zu Tansania wegen Menschenrechtsverletzungen unter Druck
Die Vereinigten Staaten haben eine umfassende Überprüfung ihrer bilateralen Beziehungen zu Tansania eingeleitet, nachdem die Regierung von Präsidentin Samia Suluhu Hassan eine brutale Repression nach den umstrittenen Wahlen im Oktober 2025 durchgeführt hat. Diese Entscheidung könnte zu wirtschaftlichen Sanktionen und einer Isolierung führen.
Wahlen und deren Folgen
Der Streit begann mit den Präsidentschaftswahlen am 29. Oktober 2025, bei denen die tansanische Regierung einen angeblich überwältigenden Sieg von 98 Prozent verkündete. Diese Zahl wurde international als unglaubwürdig und manipuliert abgetan, insbesondere von US-Senatoren wie Jim Risch und Jeanne Shaheen. Der Wahlprozess und das darauf folgende Vorgehen gegen die Opposition, das auch Internetabschaltungen und die Festnahme führender Politiker umfasste, führten zu massiver Kritik.
In den Wochen nach den Wahlen kam es zu weitreichenden Protesten gegen die Ergebnisse, die von der Regierung mit brutaler Gewalt unterdrückt wurden. Polizisten setzten Gewalt ein, um die Bevölkerung zum Schweigen zu bringen, was auch zu schweren Menschenrechtsverletzungen führte. Ein US-Diplomat äußerte sich dazu mit den Worten: „Man kann sich keine Legitimität erschießen.“
Politische und wirtschaftliche Auswirkungen
Die Überprüfung durch die USA betrifft nicht nur die politische, sondern auch die wirtschaftliche Dimension der Beziehungen. In der Erklärung des US-Außenministeriums wird auf die „anhaltenden Hindernisse für US-Investitionen“ hingewiesen. Es wird befürchtet, dass Tansania von Vorteilen wie dem African Growth and Opportunity Act (AGOA) ausgeschlossen werden könnte, was eine drastische Bedrohung für die ohnehin angeschlagene Wirtschaft des Landes darstellt.
Die tansanische Regierung hat auf diese Drohungen mit einer Mischung aus Trotz und Sorge reagiert. Sie stellte die Frage, „Warum nicht jetzt?“, was als Verteidigung der Souveränität verstanden wurde. Allerdings ist klar, dass das Land im Falle eines Verlustes der Unterstützung durch die USA in eine noch größere Abhängigkeit von China geraten könnte, was mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden wäre.
Für Tansania, das bislang als eine Insel der Stabilität in Ostafrika galt, könnte der Bruch mit den USA weitreichende Folgen haben. Dies markiert einen Wendepunkt in der US-Außenpolitik für die Region: Demokratie und Menschenrechte müssen nun als ebenso wichtig angesehen werden wie Stabilität.
::contentReference[oaicite:0]{index=0}