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Unfall bei Stonehaven: Signalgeber befolgte alle Vorschriften vor Zugunglück

Ein Signalgeber, der einem Zugführer kurz vor dem Zugunglück bei Stonehaven anordnete, mit normaler Geschwindigkeit weiterzufahren, hat laut einer Anhörung alle Vorschriften eingehalten. Das Unglück ereignete sich am 12. August 2020, als der Zug 1T08 in Aberdeenshire in einen Erdrutsch fuhr und entgleiste, nachdem er auf einen Haufen Schotter stieß, der durch heftigen Regen auf die Strecke gespült wurde. Der Zug kollidierte anschließend mit einem Brückenpfeiler.

Bei dem tragischen Vorfall kamen drei der neun Personen an Bord des Zuges ums Leben: Zugführer Brett McCullough (45), Konduktor Donald Dinnie (58) und der Passagier Christopher Stuchbury (62).

Unfallursache und Ermittlungen

Während der laufenden Untersuchung vor dem Aberdeen Sheriff Court erklärte der Leiter von Network Rail Schottland, Ross Moran, dass der Signalgeber das Regelbuch vollständig befolgt habe, als er dem Zugführer kurz vor der Katastrophe anordnete, mit der zulässigen Geschwindigkeit von 75 mph weiterzufahren. Dies geschah trotz eines historischen Regenereignisses, das in der Region schwere Überschwemmungen und Erdrutsche verursachte, von denen auch andere Streckenabschnitte betroffen waren.

Der Zug befand sich auf der Strecke von Aberdeen nach Glasgow und war gerade an der späteren Unfallstelle vorbeigefahren, als der Signalgeber dem Zugführer mitteilte, er solle wegen eines weiteren Erdrutschs umkehren. Als der Zugführer fragte, ob es eine Geschwindigkeitsbegrenzung gäbe, wurde ihm mitgeteilt, dass es „in Ordnung sei“, mit der normalen Geschwindigkeit weiterzufahren. Der Zug war mit etwa 73 mph unterwegs, als er wenige Minuten später verunglückte.

Ross Moran betonte, dass es „keine Flexibilität“ bei der Einhaltung des Regelbuchs gebe und dass dieses als „sicherheitsrelevantes Grundwerk“ für den Betrieb des Schienennetzes dient. In seinen fast 20 Jahren im Bahnsektor habe er „persönlich kein Szenario“ erinnert, in dem das Regelbuch nicht befolgt wurde. Auch Paul Ashton, ehemaliger Leiter der Betriebsstandards bei Network Rail, sagte aus, dass das Unternehmen seit dem Unglück wichtige Änderungen vorgenommen habe, insbesondere in der Überwachung und Reaktion auf Wetterereignisse.

Verantwortung von Network Rail

Die Untersuchung ergab jedoch, dass Network Rail trotz früherer Warnungen und Erfahrungen mit extremem Wetter nicht alle Empfehlungen zur Verbesserung des Sicherheitsmanagements umgesetzt hatte. Simon French, der ehemalige Chefinspektor des Rail Accident Investigation Branch (RAIB), erklärte, dass das Unglück möglicherweise vermieden worden wäre, wenn die Empfehlungen aus früheren extremen Wetterereignissen besser umgesetzt worden wären.

„Trotz des Bewusstseins über die Risiken hatte Network Rail nicht alle zusätzlichen Kontrollmaßnahmen nach früheren Ereignissen umgesetzt“, sagte French. „Es ist möglich, dass eine bessere Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen die Folgen des Unglücks in Carmont verringert oder sogar verhindert hätte.“ Im Jahr 2023 wurde Network Rail im Rahmen einer strafrechtlichen Verurteilung zu einer Geldstrafe von 6,7 Millionen Pfund verurteilt, nachdem das Unternehmen Gesundheits- und Sicherheitsversäumnisse im Zusammenhang mit dem Unfall eingeräumt hatte.

Ein Sprecher von Network Rail erklärte, das Unternehmen unterstütze weiterhin die Arbeit der Untersuchung und habe seit dem Unglück wesentliche Änderungen vorgenommen, um das Schienennetz gegen extreme Wetterereignisse widerstandsfähiger zu machen. Das Unternehmen werde weiterhin an der Umsetzung der Empfehlungen des RAIB arbeiten.

Die Untersuchung unter der Leitung von Sheriff Lesley Johnson wird fortgesetzt.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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