UN-Agentur für Palästinenser startet Corona-Appell

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Die Agentur der Vereinten Nationen für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) hat am Freitag einen Notfall-Coronavirus-Appell gestartet. Palästinenser im Nahen Osten hätten verheerende sozioökonomische Auswirkungen.

Die Agentur forderte für die nächsten drei Monate 93,4 Millionen US-Dollar, um die schutzbedürftigen Menschen mit Lebensmitteln und Bargeld zu unterstützen.

Während die Zahl der mit COVID-19 infizierten palästinensischen Flüchtlinge bislang relativ gering war, arbeiten sie häufig in informellen Sektoren und sind mit verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise konfrontiert, sagte die UNRWA.

Im Gazastreifen, wo die Mehrheit der zwei Millionen Einwohner Flüchtlinge sind, könnte die Arbeitslosigkeit aufgrund der Krise von 50 auf 70 Prozent steigen, sagte Matthias Schmale, Leiter der UNRWA auf palästinensischem Gebiet.

Das UNRWA unterstützt Millionen palästinensischer Flüchtlinge im Nahen Osten, vor allem aber in Jordanien, im Libanon, in Syrien, im Westjordanland und im Gazastreifen.

Dies schließt Schulbildung und medizinische Dienstleistungen ein, wobei die Organisation häufig als De-facto-Staat in Flüchtlingslagern tätig ist.

Ohne die Mittel könnten Schulen für Millionen von Kindern möglicherweise nicht wiedereröffnet werden, sagten UNRWA-Beamte.

Die Vereinigten Staaten, traditionell der größte Einzelspender der Organisation mit rund 300 Millionen US-Dollar pro Jahr, haben 2018 alle Mittel für die Einrichtung gekürzt, als die Beziehungen zur palästinensischen Regierung zusammenbrachen.

Die UNRWA ist nicht mit der Regierung verbunden und beschuldigte Trump, die humanitäre Hilfe politisiert zu haben.

Elizabeth Campbell, die Direktorin der Agentur in Washington, sagte auf einer Online-Pressekonferenz, sie habe den Appell “inmitten der größten Finanzkrise in unserer Geschichte” gestartet.

Im März schrieben 59 Mitglieder des US-Kongresses an Trumps Regierung und forderten ihn auf, die Finanzierung nach der COVID-19-Pandemie wieder aufzunehmen.

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