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Über 2.000 Teilnehmer bei Lehrer-Demo in Nürnberg

Mehr als 2.000 Lehrerinnen und Lehrer haben am Nachmittag vor der Nürnberger Lorenzkirche demonstriert. Ihre Kritik richtet sich gegen Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Die Lehrerinnen und Lehrer üben heftige Kritik an dem Maßnahmenkatalog, mit dem Bayerns Kultusminister Piazolo den Lehrermangel beheben will. Zu der Kundgebung hatten die Bildungsgewerkschaft GEW sowie der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) aufgerufen.

Lehrkräfte fühlen sich alleingelassen

Piazolos Programm sieht unter anderem vor, dass Lehrer an Grund-, Mittel- und Förderschulen pro Woche eine Stunde mehr unterrichten müssen. Teilzeitkräfte sollen ihr Pensum aufstocken und vorgezogener Ruhestand soll vorerst nicht mehr möglich sein. Ruth Brenner, Vorsitzende der GEW in Mittelfranken, hielt dem entgegen, dass die Lehrer in den vergangenen Jahren bereits mit unterschiedlichen Aufgaben betraut und alleine gelassen worden seien. Als Beispiele nannte sie die Inklusion oder die Umstellung auf Ganztagsunterricht.

„Diese Maßnahme jetzt mag zwar so aussehen als sei sie nicht so schlimm – aber sie bringt das Fass zum überlaufen. Denn die Kollegen bräuchten schon längst eine Entlastung, sie werden aber immer mehr belastet.“ Ruth Brenner, GEW

Sandra Schäfer, vom Nürnberger Lehrerinnen- und Lehrervereins in Nürnberg (NLLV) und Personalratsvorsitzende beim staatlichen Schulamt in Nürnberg, bezeichnete sich und ihre Kollegen als „stinksauer“. Seit Jahren habe man vor diesem Personalmangel gewarnt.

„Nun ist die Karre im Dreck“

„Jetzt wird uns auch noch vorgeworfen, dass es uns an Solidarität fehle, um das Problem zu lösen – das ist die größte Frechheit – denn wir haben jahrelang darauf hingewiesen und nun ist die Karre im Dreck“, so Schäfer. Nun müssten kurzfristige Lösungen her, aber von diesem zusätzlichen Engagement müssten auch die Lehrer etwas haben. Aber auch langfristige Lösungen müssten her, damit sich junge Menschen überhaupt noch für ein Lehramtsstudium entscheiden würden.