U-Bahn-Schwarzfahrer nach brutaler Attacke zu Haftstrafe verurteilt
Ein 33-Jähriger ist wegen einer schweren Körperverletzung im Londoner U-Bahnhof London Bridge zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Angriff, der mit einem versuchten Schwarzfahren begann, endete für das Opfer mit lebensbedrohlichen Verletzungen.
Attacke nach Auseinandersetzung am Drehkreuz
In den frühen Morgenstunden des 20. August 2023 kam es an der Station zu einem Streit, nachdem Rikki Holmes versucht hatte, sich unmittelbar hinter einem anderen Fahrgast, Ian McQueen, ohne Ticket durch das Drehkreuz zu drängen. McQueen konfrontierte den Mann, woraufhin es zu einem Wortwechsel und einer Rangelei kam. Holmes schlug dem 34-Jährigen daraufhin ins Gesicht, sodass dieser rückwärts zu Boden stürzte und mit dem Kopf aufschlug.
Der Täter setzte seine Attacke fort, während das Opfer bewegungslos am Boden lag. Holmes trat und schlug erneut auf den wehrlosen McQueen ein, bevor er mit einem Begleiter flüchtete. Ersthelfer und die British Transport Police wurden alarmiert.
Ian McQueen erlitt schwerste Verletzungen, darunter eine Gehirnblutung, einen gebrochenen Kiefer, eine gebrochene Nase, eine Rippenfraktur und zwei kollabierte Lungenflügel. Er musste längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden.
Ermittlungen führen zu Festnahme und weiterer Beweislage
Die Polizei startete eine Fahndung und veröffentlichte ein Bild des Tatverdächtigen in mehreren Medien, woraufhin zwei Zeugen seinen Namen nannten. Bei einer Hausdurchsuchung in seiner Wohnung in der Spring Lane in South Norwood wurden weitere Beweismittel sichergestellt: Cannabis, ein Schlagstock und ein Paar Nunchaku.
Die Untersuchung seines Telefons offenbarte zudem Nachrichten, in denen eine andere Person Holmes mitteilte, sein „Bild sei überall“ – ein Verweis auf die Medienberichterstattung über die Tat.
Vor dem Inner London Crown Court wurde Rikki Holmes schuldig gesprochen. Die Anklagepunkte umfassten schwere Körperverletzung, Besitz einer scharfen Waffe und Besitz einer Klasse-B-Droge. Die Richter verhängten eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten.
Der ermittelnde Beamte, Detective Constable Christopher Pretty, kommentierte das Urteil. Er betonte, dass die Gewalt eskalierte, nachdem das Opfer bewusstlos war und keine Bedrohung mehr darstellte. Die psychologischen Folgen für den Geschädigten würden sehr lange anhalten. Pretty führte den Ermittlungserfolg auf die sorgfältige Beweissicherung, Zeugenaussagen und die Auswertung der Handydaten zurück, da Holmes in den Vernehmungen nicht kooperiert habe.
Die British Transport Police erinnert daran, dass Zeugen oder Opfer von Gewalttaten im Bahnbereich eine SMS an 61016 senden oder unter 0800 40 50 40 anrufen können.