Trump ruft Notstand aus: USA sichern venezolanische Öleinnahmen – Reisewarnung verschärft
Die US-Regierung hat am 9. Januar den nationalen Notstand ausgerufen, um venezolanische Öleinnahmen zu schützen, die auf Konten des US-Finanzministeriums liegen. Präsident Donald Trump unterzeichnete dazu ein entsprechendes Dekret, wie das Weiße Haus mitteilte.
Nach Angaben der US-Regierung soll damit verhindert werden, dass diese Gelder durch Pfändungen oder internationale Gerichtsverfahren blockiert werden. Washington argumentiert, die Mittel müssten „gesichert“ bleiben, um die eigenen außenpolitischen Ziele in Bezug auf Venezuela zu unterstützen.
Weißes Haus: Gelder sollen vor Zugriffen geschützt werden
In einer Erklärung hieß es, die Maßnahme solle verhindern, dass venezolanische Öleinnahmen – die von den USA verwaltet werden – von ausländischen Gläubigern oder durch rechtliche Schritte eingefroren werden. Diese Bedrohungen kämen, so die US-Regierung, „größtenteils aus dem Ausland“.
Das Dekret stellt klar, dass die in den USA verwahrten Gelder nicht für Forderungen privater Gläubiger verwendet werden dürfen.
Treffen mit Ölkonzernen ohne Durchbruch
Am selben Tag traf Trump im Weißen Haus mit Vertretern von rund 20 großen Ölunternehmen zusammen. Berichten zufolge forderte er Investitionen in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar, um die Ölproduktion in Venezuela massiv zu steigern.
Konkrete Zusagen blieben jedoch aus. Mehrere Unternehmen sollen zurückhaltend reagiert haben. Trump erklärte, US-Firmen sollten nicht direkt mit venezolanischen Stellen verhandeln, sondern ihre Gespräche über die US-Regierung führen.
USA verschärfen Reisewarnung für Venezuela
Am 10. Januar veröffentlichte das US-Außenministerium eine neue Reisewarnung für Venezuela und stufte das Land erneut auf die höchste Warnstufe 4 („Nicht reisen“) ein. Amerikanische Staatsbürger wurden aufgefordert, das Land umgehend zu verlassen.
Zur Begründung verwies Washington auf die weiterhin instabile Sicherheitslage, wiederkehrende Stromausfälle und Ausfälle öffentlicher Dienstleistungen. Zudem seien seit Jahren keine konsularischen Dienste mehr vor Ort verfügbar. Die US-Botschaft in Caracas ist seit 2019 geschlossen, Nothilfe für US-Bürger kann nicht geleistet werden.
Scharfe Reaktion aus Caracas
Venezuelas Übergangsregierung reagierte mit scharfer Kritik. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez erklärte am 10. Januar, man werde alles daransetzen, Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau zurückzuholen, die von den USA festgesetzt worden seien.
Sie sprach von einem schweren Verstoß gegen die Souveränität des Landes und warf Washington vor, ein „dunkles Kapitel“ in der Geschichte der bilateralen Beziehungen aufzuschlagen. Venezuela forderte die USA auf, den Frieden in der Region zu respektieren.
Neue Eskalation im Konflikt zwischen Washington und Caracas
Beobachter sehen in den jüngsten Entwicklungen eine weitere Zuspitzung des seit Jahren schwelenden Konflikts zwischen den USA und Venezuela. Während Washington sein Vorgehen mit Stabilität und Sicherheit begründet, spricht Caracas von Einmischung und Machtmissbrauch.
Wie es weitergeht, ist offen – klar ist jedoch, dass sich die politische und wirtschaftliche Lage in der Region weiter zuzuspitzen droht.
🗨️ Leserkommentare
„Das klingt weniger nach Schutz und mehr nach Kontrolle. Wenn Großmächte anfangen, fremde Staatsgelder zu ‚verwalten‘, ist das ein gefährlicher Präzedenzfall.“
„Egal wie man zu Maduro steht – so ein Vorgehen wird die Lage in Lateinamerika sicher nicht stabiler machen, sondern eher weiter eskalieren.“