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Trump löst mit rassistischem KI-Video gegen Obamas Empörung aus

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat mit einem von Künstlicher Intelligenz erzeugten Video eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Der Clip, der auf seiner Plattform Truth Social geteilt wurde, zeigt die Gesichter von Ex-Präsident Barack Obama und seiner Ehefrau Michelle Obama auf die Körper tanzender Affen montiert.

Die Veröffentlichung fiel in die Zeit des Black History Month, was die Kritik zusätzlich verschärfte. Der etwa einminütige Film ist auf den Song „The Lion Sleeps Tonight“ unterlegt. Laut Angaben vom Freitagmorgen wurde der Beitrag über 2.500 Mal geliked.

Schneeball-Effekt der Empörung

Die Reaktionen folgten umgehend. Das Presseteam von Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, einem möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2028, forderte auf X: „Widerliches Verhalten des Präsidenten. Jeder einzelne Republikaner muss dies verurteilen. Sofort.“

Der ehemalige stellvertretende Nationale Sicherheitsberater und Obama-Vertraute Ben Rhodes kommentierte, die Geschichte werde die Obamas als verehrte Persönlichkeiten in Erinnerung behalten, während Trump als „Schandfleck“ gelten werde. Der politische Stratege Adam Parkhomenko bezeichnete den Inhalt als „offenkundigen Rassismus“ ohne Raum für Fehlinterpretation.

Das Video dient zugleich als Vehikel für bereits widerlegte Wahlbetrugsvorwürfe. Es wiederholt die unbelegten Behauptungen gegen das Wahlmaschinenunternehmen Dominion Voting Systems. Trump behauptet weiterhin, das Unternehmen habe 2020 geholfen, die Wahl zu „stehlen“, obwohl Dominion 2023 in einer einstweiligen Verleihungsklage über 787,5 Millionen Dollar mit Fox News vereinbarte, nachdem der Sender ähnliche Vorwürfe verbreitet hatte.

Langer Kontext und weiteres Posting-Feuer

Der Angriff reiht sich in eine lange Geschichte von Attacken Trumps gegen das Ehepaar Obama ein, darunter die frühe Beförderung der „Birther“-Verschwörungstheorie, die Obamas US-Geburtsort in Frage stellte. Barack Obama, der das Weiße Haus vor neun Jahren verließ, unterstützte zuletzt im Wahlkampf 2024 die demokratische Kandidatin Kamala Harris gegen Trump.

Der rassistische Clip war nur einer von über 60 Beiträgen, die Trump innerhalb von drei Stunden auf Truth Social veröffentlichte. Weitere Posts bezogen sich auf einen Trump-Werbespot für den Super Bowl, Videoclips über Julian Assange und WikiLeaks, Forderungen, sein Gesicht in Mount Rushmore zu meißeln, und ein Screenshot eines X-Posts, in dem Demokraten als „anti-christlich, anti-Familie, anti-schwarz und anti-Leben“ bezeichnet wurden.

Seit seiner Rückkehr ins politische Rampenlicht hat Trump wiederholt KI-generierte Videos geteilt, die oft ihn selbst verherrlichen und Kritiker verspotten. Bereits im letzten Jahr postete er ein KI-Video, das Barack Obama zeigte, wie er im Oval Office verhaftet und in einem orangefarbenen Gefängnisanzug hinter Gittern dargestellt wurde.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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