Trauer nach Tod von Teenagerin auf Krankenhausgelände: Eltern sprechen von Versagen
Eine Familie steht unter Schock, nachdem ihre 16-jährige Tochter auf dem Gelände eines Krankenhauses ums Leben kam. Ellame Ford-Dunn nahm sich im März 2022 das Leben, nachdem sie während ihres Aufenthalts auf der Bluefin-Pädiatrie-Station im Worthing-Krankenhaus, einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die keine Spezialklinik für psychische Gesundheit war, geflüchtet war.
Die Teenagerin hatte während ihres Aufenthalts auf der Station mehrfach versucht zu fliehen. Ihre Mutter, Nancy Ford-Dunn, äußerte sich nach dem Tod ihrer Tochter mit erschütternden Worten: „Ich kann ihr nicht mehr die Haare kämmen, ihre Nägel lackieren oder ihre Kleidung waschen. All diese Dinge, die ich als Mutter tun wollte, sind nun nicht mehr möglich. Was bleibt, ist dieser Kampf, damit jeder versteht, wie sehr sie versagt wurde.“
Inadäquate Pflege und Kommunikationsversagen
Die Ermittlungen ergaben, dass Ellame es in der Nacht des 20. März 2022 gelang, erneut zu fliehen. Als sie von der Station abhauen konnte, dauerte es fast eine Stunde, bis die Polizei sie fand. Während dieser Zeit folgten die Krankenhausmitarbeiter Ellame nicht sofort. Der Jury zufolge war es unangemessen, Ellame auf einer pädiatrischen Station ohne angemessene Sicherheitsvorkehrungen zu betreuen. Sie war dort wegen eines Mangel an verfügbaren Spezialplätzen für psychische Gesundheitsversorgung untergebracht worden.
Die Jury stellte fest, dass die Risikobewertungen für Ellame „unzureichend und inkonsistent angewendet“ wurden. Auch das Fehlen eines klaren Verfahrens zur Handhabung von Abscondierungen und die mangelhafte Kommunikation zwischen den verschiedenen beteiligten Institutionen trugen zu ihrem tragischen Tod bei. Die Verantwortlichen des Krankenhauses und der behandelnden psychischen Gesundheitseinrichtungen von Sussex Partnership NHS Foundation Trust und University Hospitals Sussex NHS Foundation Trust (UHST) wurden in der Untersuchung stark kritisiert.
Ellames Eltern, die sich nach dem Vorfall zunehmend von den sozialen Diensten und Gesundheitsdiensten im Stich gelassen fühlten, brachten ihre Empörung klar zum Ausdruck. Ihr Vater, Ken Ford-Dunn, sagte: „Es ist schwer zu erklären, weil man die Trauer spürt, aber auch eine überwältigende Wut auf die Dienste, die versagt haben. Das ist einfach zu viel.“
Die beiden beteiligten Krankenhäuser wurden ebenfalls kritisiert. Im November 2022 wurde UHST zu einer Geldstrafe von 200.000 Pfund verurteilt, nachdem es versäumt hatte, Ellame eine sichere Behandlung zu bieten und sie damit einem vermeidbaren Risiko auszusetzen.
Dr. Maggie Davies, Chief Nurse bei UHST, zeigte sich nach dem Vorfall tief betroffen: „Der Verlust von Ellame war eine Tragödie. Wir hatten die Verantwortung, sie zu schützen, während sie sich in unserer Obhut befand, und wir sind zutiefst traurig, dass wir dies nicht tun konnten.“
Die Untersuchungen ergaben auch, dass mehrere junge Patienten weiterhin auf akuten pädiatrischen Stationen wie Bluefin untergebracht werden, während sie auf eine Platzierung in spezialisierten Einrichtungen für psychische Gesundheit warten. Aus diesem Grund ordnete die Coronerin Joanne Andrews an, dass NHS England einen Bericht zur Verhinderung zukünftiger Todesfälle erstellen muss.
Die Behörden wurden zudem aufgefordert, ihre Kommunikationsprotokolle zu verbessern und sicherzustellen, dass Patienteninformationen zwischen den beteiligten Organisationen effektiv und sicher ausgetauscht werden. Der Fall bleibt ein tragisches Beispiel für das Versagen des Systems im Umgang mit Jugendlichen, die dringend psychische Gesundheitsversorgung benötigen.