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Thomas Müller- von Kovacs Notnagel zu Flicks Stammspieler

Es müllert wieder beim FC Bayern: Unter Ex-Coach Niko Kovac war Thomas Müller nur zweite Wahl. Seit Hansi Flick den Rekordmeister trainiert, hat der Ur-Bayer wieder zu alter Stärke zurückgefunden.

Die “Müller-spielt-immer”-Ära, die einst Louis van Gaal einläutete, schien im Herbst 2019 zu Ende sein. Damals ließ Niko Kovac verlautbaren, “wenn Not am Mann sein sollte, wird Thomas mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen.” Der Ex-Trainer degradierte damit Müller zum Notnagel. Die Tage des bayerischen Ur-Gesteins beim FC Bayern schienen gezählt zu sein.

Die Medien spekulierten über eine Wechsel des 30-Jährigen in der Winterpause. Denn mit Neuzugang Philippe Coutinho hatte Müller einen scheinbar starken Konkurrenten im Kampf um einen Stammplatz. Was folgte ist bekannt: Der FC Bayern und Kovac gingen nach der blamablen 1:5-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt getrennte Wege, Co-Trainer Hansi Flick übernahm und Thomas Müller entwickelte sich zum unverzichtbaren Stammspieler – auch weil der so hoch gelobte Coutinho bislang kaum Akzente setzen konnte.

Müller im “zweiten Frühling”

Müller dafür umso mehr: In allen vier Spielen in diesem Jahr schoss der Offensivspieler ein Tor. Im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Hoffenheim war der 30-Jährige der auffälligste Spieler. “Grundsätzlich versuche ich nicht viel anders zu machen. Aber, die Erfolgsquote ist aktuell schon ziemlich gut”, sagte Müller nach der Partie. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist jedenfalls zufrieden mit der Entwicklung: “Thomas kommt jetzt so langsam wieder in den zweiten Frühling zurück. Das ist wichtig für uns, wir brauchen seine Tore, wir brauchen seine Vorlagen.”

Und warum blüht Müller unter Flick wieder so auf? Der Weltmeister von Rio hat dafür eine einfache Erklärung: Er vergleicht Flicks Teamansagen mit einem Einkaufszettel. “Ich vergleiche das gerne damit, wenn dich deine Frau, Schrägstrich Freundin, zum Einkaufen schickt. Wenn du einen Einkaufszettel dabei hast, weißt du genau, was du im Supermarkt zu tun hast”, erzählte Müller vor Kurzem. Ohne Liste sei das anders.

“Wenn sie dir sagt, gehe mal Einkaufen, damit wir ein schönes Abendessen haben, stehst du dann da vor den Regalen. Und die Gefahr, dass das Abendessen nichts wird, ist groß.” Thomas Müller

Deswegen sei mit den “Einkaufszetteln”, die das Trainerteam der Mannschaft in den bislang zehn Partien unter Flick an die Hand gegeben habe, klar gewesen, “welche Strategie wir verfolgen”.

Hainer: “Erfolge und Titel eng mit Müller verbunden”

Müller hatte sein Bundesliga-Debüt für die Bayern im August 2008 gegeben, sein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2021 aus. So wie Müller im Moment spielt, ist er für den Rekordmeister unverzichtbar geworden. Das sieht auch der neue Präsident so. Für ihn ist der FCB ohne das Urgestein Thomas Müller kaum denkbar. “Alle Erfolge und Titel des FC Bayern in den vergangenen zehn Jahren sind eng mit dem Namen Thomas Müller verbunden. Auch in dieser Saison zeigt Thomas wieder seinen großen Wert, insbesondere unter Hansi Flick ist er wieder ein absoluter Leistungsträger”, sagte Herbert Hainer im kicker.

“Thomas verkörpert den FC Bayern und repräsentiert den Verein hervorragend. In München, in Bayern, in der ganzen Welt.” Herbert Hainer

Rückkehr in das DFB-Team?

Und wer weiß, vielleicht schafft Müller es auch noch einmal in die Nationalmannschaft. Bundestrainer Joachim Löw hatte Müller ebenso wie Mats Hummels und Jerome Boateng im vergangenen Frühjahr im DFB-Team aussortiert, unlängst aber ein Comeback nicht ausschließen wollen.

“Ich sage immer: Wenn einer top spielt – und ich hoffe, dass Thomas weiter top auf diesem Niveau spielt -, dann wird da möglicherweise ein Umdenken auch noch stattfinden.”

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