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Thomas Cook kurz vor der Enthüllung eines Rettungsdeals für Fosun

Die Thomas Cook Group befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Rettungsvertrag, durch den das Unternehmen effektiv aufgelöst und sein Reiseveranstalter vom chinesischen Eigentümer des Club Med übernommen wird.

Sky News hat erfahren, dass das älteste Pauschalreiseunternehmen der Welt bereits am Freitagmorgen bekannt geben könnte, dass es kurz davor ist, mit der Fosun Tourism Group und ihren Kreditgebern eine Vereinbarung zur Rekapitalisierung des Geschäfts zu treffen.

Bei erfolgreichem Abschluss wird die Umstrukturierung von Thomas Cook die Zukunft eines Unternehmens retten, das in den letzten Monaten immer gefährlicher geworden ist.

Banken sagten am Donnerstagabend, dass Fosun – der bereits Thomas Cooks größter Aktionär ist – und die Kreditgeber des britischen Reiseunternehmens nach dem Entwurf des geplanten Geschäfts Hunderte von Millionen Pfund an neuem Eigenkapital und Schulden in das Unternehmen investieren würden.

Fosun würde der Mehrheitseigner von Thomas Cooks Reiseveranstalter werden, während das Unternehmen auch eine Minderheitsbeteiligung an seiner Airline-Abteilung halten würde.

Die EU-Eigentumsvorschriften würden es Fosun verbieten, das Geschäft von Thomas Cook zu kontrollieren.

Die Banker gaben an, dass der in Rede stehende Deal auch einen erheblichen Schuldentausch gegen Eigenkapital beinhaltete, der den Wert der Anteile bestehender Investoren an Thomas Cook unvermeidlich verwässern würde.

Dies könnte zu weiteren Turbulenzen für die Thomas Cook-Aktie führen, wenn der Markt am Freitag öffnet und die Anleger die Nachrichten verdauen.

Dennoch würde ein umfassender Rettungsvertrag die 21.000 Mitarbeiter von Thomas Cook und die 11 Millionen Kunden, die voraussichtlich im Laufe des Sommers mit dem Unternehmen reisen, entlasten.

Es wird davon ausgegangen, dass sich die Gespräche zwischen Fosun, den Kreditgebern von Thomas Cook und dem Unternehmen in den letzten Wochen weiterentwickelt haben. Eine Reihe von Angeboten für die Fluggesellschaft war nicht ausreichend, um den Weg für eine Rekapitalisierung des Geschäfts zu ebnen.

Im Rahmen der Pläne, die mit den Banken von Thomas Cook diskutiert werden, wird ein Großteil der Schulden des Unternehmens in Höhe von 1,4 Mrd. GBP abgeschrieben und in Aktien umgewandelt. Neue Investitionen fließen sowohl in den Reiseveranstalter als auch in die Fluggesellschaft.

Fosun, seit 2015 Anteilseigner von Thomas Cook, versteht sich als eine wertvolle Plattform für die weitere Expansion in den europäischen Reisemarkt.

Die geplante Transaktion wird jedoch die potenzielle Auflösung des 178 Jahre alten britischen Reiseunternehmens sowie erhebliche Auswirkungen auf die bestehenden Aktionäre nach sich ziehen.

Eine Transaktion erfordert sowohl die Zustimmung der Aktionäre als auch der Anleihegläubiger, was die Komplexität von Thomas Cook erhöht und seine langfristige finanzielle Zukunft sichert.

Thomas Cook wurde 1841 von einem 32-jährigen Schreiner und ehemaligen Baptistenprediger gegründet, der für einen Schilling eintägige Bahnausflüge von Leicester nach Loughborough anbot.

Von dort aus entwickelte es sich zu einem der größten Ferienunternehmen der Welt und feierte vor drei Jahren sein 175-jähriges Bestehen.

Thomas Cook und Fosun haben ein Joint Venture in China, das ein starkes Wachstum verzeichnet und im vergangenen Jahr die Zahl der Kunden verachtfacht hat.

Die Einführung von Eigenmarken-Resorts in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat Thomas Cook auch den chinesischen Inlandsmarkt erschlossen.

In den letzten Monaten hat Thomas Cook seine Fluggesellschaft, sein nordeuropäisches Geschäft und seinen Reiseveranstalter ganz oder teilweise in unterschiedlichem Maße eingesetzt.

Fosun arbeitet mit Bankern von JP Morgan und Lazard an dem geplanten Deal zusammen, während das Unternehmen mit mehreren Investmentbanken zusammenarbeitet und sein Kreditgebersyndikat von FTI Consulting beraten wird.

Die Aktien des Unternehmens schwankten in den letzten Wochen aufgrund schwerwiegender Turbulenzen, die durch einen Halbjahresverlust von 1,5 Mrd. GBP ausgelöst wurden, stark.

Die Ratingagenturen haben Thomas Cook herabgestuft und darauf hingewiesen, dass die derzeitige Schuldenstruktur des Unternehmens nicht nachhaltig ist, da das Unternehmen seine margenstärkeren eigenen Hotelkonzepte und sein Online-Geschäft ausweiten möchte.

Die Anteile an der Reisegruppe sind in den letzten 12 Monaten um mehr als 85% eingebrochen und wurden kürzlich erneut belastet, als Analysten von Citi dem Eigenkapital einen Wert von Null zuschrieben.

Am Donnerstag schloss die Aktie um 13.28 Uhr, was dem Unternehmen einen Marktwert von nur 185 Mio. GBP bescherte.

Thomas Cook ist in einen immer hektischer werdenden Versuch verstrickt, das Vertrauen der Verbraucher und Kreditgeber zu stärken, als er darauf hinwies, dass sich ein Brexit-Deal nicht auf die Bereitschaft der Kunden auswirkte, in der entscheidenden Sommerperiode Auslandsreisen zu buchen.

Thomas Cook kündigte vor kurzem die Schließung von 21 Läden an und die Reduzierung der Belegschaft im Einzelhandel, um die Kosten besser in den Griff zu bekommen.

Ein viel größerer Teil seiner 566-köpfigen Kette dürfte in den kommenden Jahren aufgrund des veränderten Kundenverhaltens verschwinden.

Thomas Cook lehnte einen Kommentar ab.