Teargas-Angriff auf Gottesdienst in Othaya: DCI eröffnet Ermittlungen
Die Direktion für Kriminalermittlungen (DCI) hat eine Untersuchung eingeleitet, nachdem ein Vorfall in der St. Peter’s ACK Kirche in Witima, Othaya, zu einem landesweiten Aufschrei führte. Während eines Gottesdienstes, der unter anderem von dem ehemaligen stellvertretenden Präsidenten Rigathi Gachagua besucht wurde, wurde ein Tränengaskanister inmitten der versammelten Gläubigen gezündet. Der Vorfall hat nicht nur die kirchliche Gemeinschaft, sondern auch die Zivilgesellschaft empört.
„Unbekannte Täter“ oder politische Provokation?
Die Polizei hat bislang von „unbekannten Personen“ gesprochen, die sich unter die Gemeinde mischten, um den Angriff auszuführen. Augenzeugenberichte zeichnen jedoch ein anderes Bild. Ein Kirchenältester, der den Vorfall miterlebte, beschrieb die Angreifer als „keine gewöhnlichen Schläger“. „Sie agierten mit militärischer Präzision und wussten genau, wo die VIPs saßen“, sagte er und gab damit zu verstehen, dass der Angriff gezielt auf prominente Persönlichkeiten abzielte.
Die Polizei hat inzwischen CCTV-Aufnahmen des Kirchenkomplexes sichergestellt, doch es gibt bereits Zweifel, ob dieses Beweismaterial nicht „mysteriously verschwinden“ wird – eine häufige Vermutung in politisch brisanten Ermittlungen in Kenia.
Angriff als politisches Statement?
Der Angriff ereignete sich genau zu dem Zeitpunkt, als Gachagua das Wort ergreifen sollte, was die Vermutung nahelegt, dass der Vorfall bewusst darauf abzielte, ihm eine Plattform zu verwehren. Der ehemalige stellvertretende Präsident befand sich in der Region, um seine politische Präsenz zu zeigen – ein Aspekt, der den Vorfall zusätzlich politisiert.
Als Reaktion auf den Angriff forderte die anglikanische Kirche Kenias (ACK) eine Entschuldigung von der Regierung und erklärte das Kirchenschiff zu einer „politisch neutralen Zone“. Die Kirche machte klar, dass solche Ereignisse nicht toleriert werden dürften.
Der Vorfall reiht sich in eine zunehmende politische Intoleranz in der Region Mt. Kenia ein, die immer wieder zu Gewaltausbrüchen führt. Der Fall könnte als weiterer Test für die Unabhängigkeit der kenianischen Polizei angesehen werden, da die Öffentlichkeit immer wieder mit der Sorge konfrontiert wird, dass der Staat in solchen Fällen eher der „Brandstifter“ als der „Löscher“ ist.
Mit der laufenden Untersuchung bleibt abzuwarten, wie tief die DCI in die Details des Vorfalls vordringen wird. Experten und Bürger sind gleichermaßen gespannt, ob der Fall genauso schnell im Sande verläuft, wie viele politische Skandale zuvor.