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Swinney kritisiert Labors „Verrat“ nach fehlender Entschädigung für Waspi-Frauen

Der schottische Premierminister John Swinney hat die Entscheidung der britischen Regierung, Frauen, die durch Änderungen bei der staatlichen Rentenregelung benachteiligt wurden, keine Entschädigung zu zahlen, scharf kritisiert. Er bezeichnete die Weigerung, ein Entschädigungsprogramm für die sogenannten Waspi-Frauen (Women Against State Pension Inequality) einzuführen, als „neuen Verrat“ durch die Labour-Partei.

Regierung lehnt Entschädigungsprogramm ab

Die britische Regierung unter der Leitung von Arbeitsminister Pat McFadden hat kürzlich in einer parlamentarischen Sitzung erklärt, dass die Einführung eines gezielten Entschädigungsprogramms für die betroffenen Frauen „nicht praktikabel“ sei. Ein flächendeckendes Programm, das allen betroffenen Frauen zugutekommen würde, könnte den Staat mit bis zu 10,3 Milliarden Pfund belasten. McFadden wies zudem darauf hin, dass die „große Mehrheit“ der betroffenen Frauen von den Änderungen der Rentenregelung bereits durch eine Vielzahl öffentlicher Informationskampagnen erfahren habe, einschließlich Broschüren und Programmen in Arztpraxen sowie auf verschiedenen Medienkanälen.

Die Waspi-Gruppe kämpft seit Jahren für eine Entschädigung für Frauen, die aufgrund der schnellen Anhebung des Rentenalters für Frauen von 60 auf 65 Jahre finanziell benachteiligt wurden. Angela Madden, Vorsitzende der Gruppe, warf der Regierung vor, Frauen, die in den 1950er Jahren geboren wurden, mit „kaltblütigem Verachtung“ zu behandeln.

McFadden verteidigte die Entscheidung und betonte, dass ein spezielles Entschädigungsprogramm für nur die betroffenen Frauen nicht durchführbar sei, da eine zuverlässige Überprüfung der individuellen Umstände von Millionen von Frauen schwierig sei. Zudem erklärte er, dass ein allgemeines Entschädigungsprogramm nicht gerecht wäre, da viele der Frauen bereits von den Änderungen wussten.

Kritik aus Schottland

Die Reaktionen auf die Entscheidung der Labour-Regierung fielen auch in Schottland deutlich aus. John Swinney, der schottische Finanzminister, erklärte, dass er die fehlende Entschädigung als „tief bedauerlich“ ansehe. Er betonte, dass diese Frauen im Vertrauen auf eine politische Lösung der Labour-Partei versprochen wurde, die jedoch nun von der Partei im Stich gelassen werde. „Es ist ein weiteres Beispiel für den Verrat der Menschen in diesem Land durch die Labour-Regierung“, sagte Swinney. Er wurde von Kirsty Blackman, der Sprecherin der SNP für Arbeit und Renten im britischen Parlament, unterstützt. Blackman warf Keir Starmer und Anas Sarwar vor, während des Wahlkampfs zur letzten Parlamentswahl falsche Versprechungen gemacht zu haben, um die Waspi-Frauen zu gewinnen, nur um dann „die Hände in den Schoß zu legen“, als sie tatsächlich etwas unternehmen konnten.

Blackman erklärte weiter, dass viele Frauen, die von der Rentenreform betroffen sind, die politische Klasse in Westminster zunehmend misstrauen. „Es ist kein Wunder, dass so viele das Vertrauen in das politische Establishment verloren haben“, sagte sie. Sie unterstrich, dass die Waspi-Frauen „so viel mehr verdienen“, und forderte eine „faire und schnelle Entschädigung“ für die Betroffenen.

Mit den bevorstehenden Wahlen in Schottland im Mai wird erwartet, dass das Thema auch auf regionaler Ebene weiter von Bedeutung bleibt. Unterstützer der Waspi-Frauen haben bereits angekündigt, dass sie die gebrochenen Versprechen der Labour-Partei bei den kommenden Wahlen nicht vergessen werden.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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