Stonehaven-Unglück: Zahl der Toten wäre höher gewesen, wenn der Zug voll gewesen wäre
Der Zugunfall von Stonehaven, bei dem drei Menschen starben, hätte laut einer Untersuchung eine „deutlich höhere“ Zahl an Opfern gefordert, wenn der Zug zur Unfallzeit voller gewesen wäre. Der Vorfall ereignete sich am 12. August 2020, als der 6:38 Uhr Zug von Aberdeen nach Glasgow mit Trümmern kollidierte, die durch starken Regen auf die Gleise gespült worden waren. Die Ermittlungen führten nun zu erschreckenden Erkenntnissen über die Ursachen und das Ausmaß des Unglücks.
Ungewöhnlich geringe Passagierzahl und schwerwiegende Auswirkungen
Der Zug war zu diesem Zeitpunkt mit nur neun Personen besetzt, weit weniger als üblich. Dies war auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie zurückzuführen, die zu einer verringerten Passagierzahl führte. Hätte der Zug zur gewohnten Zeit mehr Passagiere befördert, wäre die Zahl der Opfer laut den Ermittlern „wahrscheinlich deutlich höher“ gewesen. Der Zug stürzte nach der Kollision mit den Trümmern von den Gleisen und verursachte einen verheerenden Unfall. Drei der Passagiere, darunter der Zugführer Brett McCullough (45), der Zugbegleiter Donald Dinnie (58) und der Fahrgast Christopher Stuchbury (62), starben. Weitere sechs Passagiere wurden verletzt.
Nick Bucknall, ein Inspektor der Rail Accident Investigation Branch (RAIB), erklärte, dass der Zug mit einer Geschwindigkeit von 73 mph unterwegs war, was etwas unter der normalen Geschwindigkeit für diesen Streckenabschnitt lag. Die Ermittlungen ergaben auch, dass die Sicht des Zugführers durch den aufgeworfenen Schmutz auf den Gleisen erheblich eingeschränkt war, sodass er erst kurz vor der Kollision eine Notbremsung einleiten konnte.
Die Unfallursache wurde hauptsächlich auf den beschädigten Entwässerungssystemen der Strecke zurückgeführt. Übermäßige Regenfälle in der Nacht vor dem Unglück hatten die Entwässerungssysteme überfordert, sodass Trümmer auf die Gleise gelangten und den Unfall auslösten. Es wurde festgestellt, dass die Firma Carillion, die für die Installation des Entwässerungssystems verantwortlich war, es nicht ordnungsgemäß ausgeführt hatte. Eine ordnungsgemäße Installation hätte möglicherweise das Unglück verhindern können.
Folgen und Maßnahmen zur Verhinderung zukünftiger Unglücke
Das britische Bahnnetz hat bereits Maßnahmen ergriffen, um zukünftige ähnliche Vorfälle zu verhindern. Eine neue Entwässerungsanlage mit verbesserter Kapazität und Schutzmechanismen wurde installiert, um das Risiko einer Überschwemmung zu verringern. Außerdem wurden an kritischen Stellen Schutzgeländer angebracht, um zu verhindern, dass ein entgleister Zug die nahegelegenen Brückenstrukturen beschädigt.
Darüber hinaus hat Schottlands Eisenbahnverwaltung eine neue wetterüberwachte Stelle eingerichtet, die ständig die Wetterbedingungen überwacht und den Bahnbetreibern Empfehlungen für vorbeugende Maßnahmen gibt. Diese Entwicklungen wurden als direkte Reaktion auf die Empfehlungen der RAIB vorgenommen, um die Sicherheit zu erhöhen und die Widerstandsfähigkeit des Bahnsystems gegen extreme Wetterereignisse zu stärken.
Die Untersuchung ergab auch, dass die drei getöteten Personen bei dem Unglück sofort tödliche Verletzungen erlitten, die als „nicht überlebbar“ bewertet wurden. Diese Erkenntnisse wurden durch die Ergebnisse der Obduktionen untermauert, die bestätigten, dass die Opfer beim Unfall sofort verstorben sind.
Die Untersuchung unter der Leitung von Sheriff Lesley Johnson wird fortgesetzt, und Network Rail hat angekündigt, die Empfehlungen der RAIB weiterhin zu unterstützen und umzusetzen, um die Sicherheit auf Schottlands Bahnen zu verbessern.