Steigender Trend der Abstinenz: Junge Männer setzen Maßstäbe bei Alkoholverzicht
Immer mehr junge Männer entscheiden sich, ihren Alkoholkonsum drastisch zu reduzieren, was einen bemerkenswerten Wandel in der Trinkkultur darstellt. In Großbritannien ist die Zahl derer, die sich bewusst für das Abstinenzleben entscheiden, in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Laut einer Studie des Gesundheitsamts ist der Anteil der Erwachsenen, die mehr als ein Jahr keinen Alkohol getrunken haben, von 19 Prozent im Jahr 2022 auf 24 Prozent im Jahr 2024 gestiegen.
Junge Männer führen den Trend an
Ein auffälliger Trend zeigt sich vor allem unter jungen Männern, insbesondere in der Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren. Laut einer Untersuchung des Health Survey for England hat sich der Anteil der abstinenten Männer in dieser Altersgruppe von 17 Prozent auf 22 Prozent zwischen 2022 und 2024 erhöht. In dieser Altersgruppe gaben sogar 39 Prozent der jungen Männer an, im gesamten Jahr keinen Tropfen Alkohol zu konsumieren.
Trotz dieses Rückgangs beim Alkoholkonsum bleibt die Männergruppe insgesamt noch diejenige, die mehr trinkt als Frauen. Der Konsum von Alkohol in moderaten bis hohen Mengen ist unter den Männern nach wie vor verbreitet, doch immer mehr entscheiden sich für einen verantwortungsbewussteren Umgang mit Alkohol. Besonders Männer, die ab und zu ein Bier trinken, tendieren dazu, dies in einem „niedrigen Risikobereich“ zu tun, was bedeutet, dass sie die empfohlene Grenze von maximal 14 Einheiten pro Woche nicht überschreiten. Das bedeutet etwa sechs Pints Bier oder zehn kleine Gläser Wein.
Die NHS empfiehlt, dass Erwachsene nicht mehr als 14 Einheiten pro Woche trinken sollten, was etwa sechs Pints Bier oder zehn kleine Gläser Wein entspricht. Ein geringer, moderater Alkoholkonsum gilt als weniger riskant, während ein übermäßiger Konsum, der über 50 Einheiten für Männer und 35 Einheiten für Frauen hinausgeht, als hochriskant betrachtet wird.
Gesundheitsrisiken und Bewusstsein für den Alkoholkonsum
Die Experten sind sich einig, dass es keine gesunde Menge an Alkoholkonsum gibt und dass jeder Alkoholkonsum mit gesundheitlichen Risiken verbunden ist. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Alkohol ein krebserregendes Mittel der Gruppe 1 und wird mit mindestens sieben verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht. Diese Risiken steigen mit der Menge des konsumierten Alkohols. Dr. Ferreira-Borges von der WHO fordert eine verstärkte Aufklärung und klare Kennzeichnungsmaßnahmen auf Alkoholflaschen, ähnlich wie bei Zigaretten, um auf das Krebsrisiko aufmerksam zu machen.
Obwohl die jüngsten Studien aus Großbritannien auf einen positiven Trend in Bezug auf das Gesundheitsbewusstsein hinweisen, gibt es immer noch eine beachtliche Anzahl von Menschen, die den empfohlenen Alkoholkonsum deutlich überschreiten. Besonders in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen sind laut Studien hohe Risikokonsumenten weit verbreitet.