Starmer unter Druck nach Mandelsons Ernennung zum US-Botschafter trotz Epstein-Verbindungen
Transparenz gefordert
Die Ernennung von Peter Mandelson zum britischen Botschafter in den USA durch Premierminister Keir Starmer entwickelt sich zu einem schweren politischen Skandal. Neue Enthüllungen aus den sogenannten Epstein Files belasten die umstrittene Personalentscheidung massiv. Mandelson wird vorgeworfen, während seiner Zeit in Gordon Browns Regierung Marktinformationen an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben.
Laut den Beraten soll der Labour-Veteran zudem Epstein dabei beraten haben, wie eine geplante Politik zur Begrenzung von Banker-Boni abgeschwächt werden könnte, und Geld von dem mittlerweile verstorbenen Milliardär angenommen haben. Oppositionspolitiker wie Anas Sarwar fordern nun vollständige Transparenz in der Angelegenheit, die das Land schockiere.
Premierminister Starmer wird vorgehalten, von Mandelsons Verbindungen zu Epstein gewusst und dennoch an der Ernennung festgehalten zu haben. Die jüngsten Veröffentlichungen zeigen das Ausmaß dieses katastrophalen Fehlurteils, so die Kritik. Mandelson, der unter Tony Blair zweimal zurücktreten musste und als politisch belastet gilt, hätte demnach „keine 1.000 Meilen“ von Starmers Regierung entfernt sein dürfen.
Eine Regierung in Erklärungsnot
Der Mandelson-Skandal trifft die Labour-Regierung in einer ohnehin schwierigen Phase. Beobachter bescheinigen Starmer einen schlechten Start als erster Labour-Premierminister seit Gordon Brown. Zu den umstrittenen Entscheidungen gehörten Kürzungen bei den Winterheizkosten-Zahlungen für einkommensschwache Rentner, nicht ausreichend durchdachte Pläne zu Sozialleistungskürzungen und die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen trotz des erklärten Top-Ziels Wirtschaftswachstum.
Die aktuelle Affäre zieht jedoch die größten Wellen. Starmer stehe am Seil und müsse mindestens die Berater entlassen, die ihn in diese missliche Lage gebracht hätten, kommentieren Medien. Die Forderung nach Konsequenzen ist laut: „Köpfe müssen rollen“.
Während die politische Krise in London eskalierte, sahen sich Hunderte schottische Fußballfans mit einem privaten Desaster konfrontiert. Bei der Online-Bewerbung um Tickets für die erste WM-Teilnahme Schottlands seit 28 Jahren hatten viele aus Versehen die Option „Easy Access“ angeklickt, ohne zu wissen, dass es sich um Tickets für Menschen mit Behinderung handelt. Da sie die Berechtigung nicht nachweisen können, bleibt ihnen die Reise zu den Spielen von Steve Clarkes Team in die USA verwehrt – der Traum vom „besten Sommer des Lebens“ geplatzt. Verbände hoffen auf ein Entgegenkommen von FIFA oder dem schottischen Verband SFA.