Starmer setzt alles auf den Gorton und Denton Wahlkampf gegen Reform UK
Keir Starmer steht vor einer entscheidenden Herausforderung, die das Schicksal der Labour Party bestimmen könnte. Im bevorstehenden by-election für das Gorton und Denton Wahlgebiet in Manchester kämpft der Labour-Führer nicht nur um den Erhalt des Sitzes, sondern auch um die Zukunft seiner Partei. Der Aufstieg von Reform UK und eine wachsende Unzufriedenheit innerhalb der Labour-Reihen könnten die Wahl zu einem entscheidenden Moment für die politische Landschaft machen.
Interne Kämpfe und der Schatten von Andy Burnham
Das Rennen hat sich zu einem Referendum über die aktuelle Popularität der Labour-Regierung entwickelt, wobei Reform UK, angeführt von Matthew Goodwin, verstärkt auf die Unterstützung der weißen Arbeiterklasse in Denton setzt. Die Partei hofft, die Erfolge der letzten Monate in Nordengland zu wiederholen und Labour einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Starmer kämpft darum, die „Red Wall“ zu verteidigen, die zuletzt bröckelte.
Doch der Wahlkampf wird von internen Konflikten innerhalb der Labour Party überschattet. Der Greater Manchester Bürgermeister Andy Burnham wurde von der National Executive Committee (NEC) von Labour blockiert, was als Versuch gesehen wird, einen möglichen innerparteilichen Rivalen auszuschalten. Burnham äußerte sich enttäuscht über den Blockadeversuch und versicherte der Presse, dass er nie über eine Blockierung informiert worden sei.
Starmer selbst stellte klar, dass der Wahlkampf eine klare Wahl zwischen Labour und Reform UK darstellt. „Es gibt nur eine Partei der Rechten, und das sind die Konservativen“, sagte er und versuchte, Reform UK als unwirksame Alternative darzustellen. In Gorton gehe es zwischen der „Lieferung durch Labour“ und den „Fantasien“ von Reform UK.
Doch Labour muss sich nicht nur gegen die Rechte wehren. Die Green Party hat ebenfalls große Mobilisierungspotentiale in Gorton, insbesondere unter jungen Berufspendlern und Muslimen, die von Labours Haltung zu Gaza enttäuscht sind. Diese gespaltene progressive Wählerschaft könnte der Reform UK in die Hände spielen und den Sieg ermöglichen.
Wahlkampf unter enormem Druck
Die Labour Party verteidigte 2024 noch einen beachtlichen Vorsprung von 13.000 Stimmen, doch aktuelle Umfragen deuten auf einen dramatischen Rückgang der Unterstützung hin. Sollte Reform UK diesen Vorsprung überwinden, wäre das ein schwerer Schlag für Starmer und könnte eine Führungsdebatte innerhalb von Labour auslösen.
Der Reform UK-Kandidat Matthew Goodwin setzt auf eine populistische Rhetorik, die gegen die „London-Eliten“ wettert und vor allem bei den post-industriellen Wählern in Denton Resonanz findet. Starmer bezeichnete diese Kampagne als „toxische Spaltung“, doch vor Ort ist die Stimmung unberechenbar und angespannt.
Für Starmer steht bei diesem Wahlkampf nicht nur der Verlust eines Sitzes auf dem Spiel. Ein Sieg für Reform UK könnte als weiteres Zeichen für die Schwäche der Labour-Regierung gewertet werden, was das politische Klima im Land erheblich verändern könnte. Während die Wähler sich auf den Gang an die Urnen vorbereiten, steigt der Druck auf Starmer, den Sitz zu verteidigen und das Vertrauen der Wählerschaft zurückzugewinnen.