Twittersmash

Nachrichten aus Idstein, Hessen & Deutschland

Twittersmash

Nachrichten aus Idstein, Hessen & Deutschland

Nachrichten

Starmer räumt Kenntnis von Mandelsons Epstein-Kontakten bei Ernennung ein

Premierminister Keir Starmer hat erstmals öffentlich eingeräumt, zum Zeitpunkt der Ernennung Peter Mandelsons zum US-Botschafter von dessen anhaltenden Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gewusst zu haben. Dieses Eingeständnis verschärft die politische Krise um die umstrittene Personalentscheidung vom Februar 2025.

Vetting basierte auf öffentlichen Berichten

Sir Keir erklärte am Mittwoch, dass genau deshalb im Ernennungsverfahren Fragen zur „Art und dem Ausmaß dieser Beziehung“ gestellt worden seien. Er behauptete, der ehemalige Peer habe „wiederholt gelogen“, was den Kontakt zu Epstein betreffe. Mandelson hingegen besteht laut BBC-Berichten darauf, die Fragen im Überprüfungsverfahren korrekt beantwortet zu haben.

Der oberste britische Beamte, Sir Chris Wormold, hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres vor Abgeordneten bestätigt, dass die offizielle Due Diligence für Mandelsons Ernennung weitgehend auf öffentlich zugänglichen Informationen, also auch Medienberichten, basierte. Eine Vielzahl solcher Berichte, die bis ins Jahr 2019 zurückreichen, dokumentieren regelmäßige geschäftliche und soziale Interaktionen zwischen Mandelson und Epstein nach dessen Verurteilung 2008.

So berichtete die Financial Times im Juni 2023, Epstein habe ein Treffen zwischen Mandelson, damals Wirtschaftsminister, und Jes Staley, dem Chef der Investmentbanking-Sparte von JP Morgan, vermittelt. Bereits 2019 hatte eine Channel-4-Dispatches-Folge behauptet, Mandelson habe mit Epstein wirtschaftspolitische Fragen besprochen, die in dessen Zuständigkeitsbereich als Handelsminister fielen.

Konkrete visuelle Details untermauerten die Vorwürfe: Im Januar 2022 veröffentlichten sowohl The Sun als auch die Daily Mail Fotos, die Lord Mandelson auf Geburtstagsfeiern für Epstein zeigen sollen – nachdem dieser bereits wegen Sexualstraftaten angeklagt war. Die Financial Times berichtete zudem 2023 über E-Mails, die nahelegen, dass Mandelson 2009 in Epsteins Villa übernachtete, als sich der Finanzier im Gefängnis befand.

Weitere „rote Flaggen“ und politischer Druck

Die konservative Opposition weist auf weitere „rote Flaggen“ hin, die eine Ernennung in eine Schlüsselposition hätten verhindern müssen. Dazu zählen Mandelsons zweimaliger Rücktritt aus dem Kabinett aufgrund von „Fragen der Unaufrichtigkeit und Unangemessenheit“ sowie Berichte des Guardian über seine Geschäftsinteressen in China und Russland.

Die politischen Gegner Starmers nutzen die Enthüllungen, um an seinem Urteilsvermögen zu zweifeln und den Druck aufrechtzuerhalten. Es gibt zunehmend Rufe, auch Starmers Stabschef Morgan McSweeney zu entlassen, den einige für die Entscheidung verantwortlich machen.

Die anstehende Veröffentlichung von Dokumenten zu Mandelsons Ernennung könnte entscheidend werden. Sollten diese nicht vollständig mit Starmers Darstellungen übereinstimmen, wird der Druck auf den Premierminister voraussichtlich weiter zunehmen. Ein Veröffentlichungsdatum steht derzeit noch nicht fest.

Avatar-Foto

Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert