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Starmer besucht China auf der Suche nach Handelsbeziehungen und besseren Beziehungen

Der britische Premierminister Sir Keir Starmer wird am Mittwoch in Peking ankommen, um nach Jahren frostiger Beziehungen die Beziehungen zu China zu verbessern. Starmer wird von einer Delegation von mehr als 50 Vertretern aus britischen Unternehmen, Sport und Kultur begleitet, um den Handel mit China zu stärken.

Obwohl die Regierung betont hat, dass sie keine wirtschaftlichen Zugeständnisse im Austausch für nationale Sicherheitsinteressen machen wird – insbesondere in Hinblick auf Besorgnisse über chinesische Spionage in Großbritannien – ist die Reise ein klares Signal, dass das Vereinigte Königreich seine Handelsbeziehungen mit China weiter ausbauen möchte. „Wie auch immer man es sieht, China ist wichtig für das Vereinigte Königreich“, erklärte Starmer im Vorfeld seiner Reise. „Als eine der größten Volkswirtschaften der Welt ist eine strategische und konstante Beziehung zu China von nationalem Interesse für uns.“

Die Reise ist die erste eines britischen Premierministers nach China seit Theresa Mays Besuch im Jahr 2018, nach dem die Beziehungen aufgrund der repressiven Maßnahmen gegen pro-demokratische Aktivisten in Hongkong und der Sperrung des chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei aus dem britischen 5G-Netzwerk aufgrund von Sicherheitsbedenken weiter abkühlten. Starmer sieht die Politik der konservativen Regierung als inkonsequent und strebt daher eine Neuausrichtung der britischen Chinapolitik an.

Handelsinteressen und Menschenrechtsfragen im Fokus

Während seiner Gespräche wird der Premierminister, so sein Sprecher, auch schwierige Themen wie Menschenrechtsfragen ansprechen. Ein zentraler Punkt ist der Fall des inhaftierten hongkongischen Aktivisten Jimmy Lai, auf den laut Kritikern auch bei den Gesprächen mit den chinesischen Führern Bezug genommen werden sollte. Lord Chris Patten, der ehemalige Gouverneur von Hongkong, drängte Starmer dazu, das Thema Lai zu Beginn seiner Verhandlungen anzusprechen, um nicht als „pathetisch“ zu gelten.

Die britische Regierung ist sich bewusst, dass die Beziehungen zu China sensibel sind, und betont, dass ein „bedeutungsvoller Dialog“ notwendig ist, um Fortschritte zu erzielen. Der Sprecher von Starmer erklärte, dass eine Weigerung, mit China zu sprechen, „eine eklatante Pflichtverletzung“ wäre, da dies Großbritannien „gefahrener machen“ und die internationalen Chancen verringern würde. „Die Führung Frankreichs und Deutschlands zeigt, was unsere Verbündeten tun. Das werde ich auch tun“, fügte er hinzu.

Starmer wird von führenden britischen Unternehmen begleitet, darunter Jaguar Land Rover, Barclays und AstraZeneca. Auch kulturelle Institutionen wie das Science Museum und das National Theatre sind mit dabei. Weitere Mitglieder seiner Delegation sind der Wirtschaftsminister Peter Kyle und die City-Ministerin Lucy Rigby.

Die Reise könnte nicht nur die wirtschaftlichen Beziehungen fördern, sondern auch politische Spannungen auf internationaler Ebene hervorrufen. Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte China wiederholt kritisiert und drohte mit hohen Zöllen, was im Zusammenhang mit Handelsabkommen zwischen China und anderen Ländern steht. Starmer jedoch betonte, dass er sich nicht gezwungen sehe, zwischen den USA und China zu wählen, und erklärte: „Ich werde nicht einfach zwischen Ländern wählen, das mache ich nicht.“

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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