Signalstörungen und Bauarbeiten bringen Londons Verkehr unter Druck
Der Londoner Verkehr ist derzeit von einer ungewöhnlichen Häufung technischer Störungen, Infrastrukturproblemen und geplanten Bauarbeiten betroffen – mit spürbaren Folgen für Pendler in weiten Teilen der Hauptstadt und im Umland. Mehrere Linien sind gleichzeitig eingeschränkt, Verzögerungen ziehen sich durch das gesamte Netz, und Reisende müssen ihre Wege kurzfristig neu planen.
Besonders ins Gewicht fällt die Situation auf der Metropolitan Line, die zeitweise teilweise vollständig unterbrochen war, während parallel auch der Mildmay-Zweig der London Overground mit massiven Problemen kämpfte. Hinzu kommen Störungen im regionalen Bahnverkehr nördlich und südlich von London sowie langfristige Einschränkungen durch Bau- und Reparaturarbeiten, die noch Wochen oder Monate andauern werden.
Mehrere Netze gleichzeitig betroffen
Auf der Metropolitan Line kam es zu einem Ausfall des Zugverkehrs zwischen Watford und Harrow-on-the-Hill. Ursache war ein Signalfehler im Bereich Moor Park, an dem Techniker von Transport for London (TfL) arbeiteten. Zusätzlich traten schwere Verspätungen zwischen Amersham, Chesham und Harrow-on-the-Hill auf. Zwar wurde der Betrieb später wieder auf die gesamte Linie ausgeweitet, doch auch danach meldete TfL weiterhin erhebliche Verzögerungen. Auf den übrigen Abschnitten der Metropolitan Line lief der Verkehr regulär.
Um die Auswirkungen abzumildern, wurden Fahrkarten auf London-Overground-Zügen sowie auf London-Bussen anerkannt. Fahrgäste wurden aufgefordert, vor Reiseantritt den aktuellen Status zu prüfen und zusätzliche Zeit einzuplanen.
Parallel dazu meldete die Mildmay Line der London Overground schwere Verspätungen. Network Rail bestätigte einen Weichenfehler im Raum Harlesden als Ursache. Auch hier dauerten die Reparaturarbeiten an, während der Verkehr nur eingeschränkt lief.
Regionale Bahnprobleme und längere Sperrungen
Abseits des Tube-Netzes kam es ebenfalls zu Störungen. Ein betriebliches Problem zwischen Hitchin und Cambridge blockierte mehrere Gleise, wodurch betroffene Zugverbindungen Verspätungen von bis zu 15 Minuten aufwiesen. Die Beeinträchtigungen sollten nach Angaben der Betreiber bis 12:30 Uhr anhalten. Fahrgäste in Richtung London wurden erneut aufgefordert, sich vorab zu informieren und mehr Zeit einzuplanen.
Zusätzlich wirken sich nächtliche Bauarbeiten zwischen North Wembley und Watford Junction beziehungsweise Bletchley auf den Bahnverkehr aus. Diese Arbeiten führen bis Freitag zur Sperrung einzelner Strecken. Während dieses Zeitraums halten bestimmte Verbindungen von London Euston nach Northampton nur eingeschränkt in Bushey. So ist der Zug um 00:39 Uhr von London Euston nach Northampton explizit ohne Halt in Bushey unterwegs.
Auch längerfristige Änderungen betreffen den Alltag vieler Pendler. Seit Montag, dem 19. Januar, bis einschließlich Sonntag, den 7. Juni, halten ostwärts fahrende Züge nicht mehr an der Station Barons Court. Reisende müssen alternative Routen über District- oder Piccadilly-Line-Züge nutzen und an Stationen wie Hammersmith, West Kensington oder Earls Court umsteigen, je nach Fahrtrichtung.
Im Süden Englands sorgt zudem ein Erdrutsch zwischen Horsham und Dorking (Main) für erhebliche Einschränkungen. Auf diesem Abschnitt verkehren bis Montag, den 16. Februar, keine Züge. Ersatzbusse bedienen die betroffenen Bahnhöfe Warnham, Ockley und Holmwood. Trotz der Sperrung bleibt ein stündlicher Zugverkehr zwischen Dorking und London Victoria bestehen. Fahrgäste aus Horsham können alternativ Southern- und Thameslink-Verbindungen über den Flughafen Gatwick nach London Bridge oder London Victoria nutzen.
Abseits der Schiene gibt es zumindest eine positive Meldung: Die Woolwich Ferry sowie weitere Flussbusse verkehren ohne Einschränkungen und bieten derzeit einen reibungslosen Service.
Die Verkehrsbetriebe kündigten an, laufend über neue Entwicklungen zu informieren. Für Pendler bleibt die Lage jedoch angespannt – und die Hoffnung, dass sich die Vielzahl gleichzeitiger Störungen bald entspannt, dürfte vorerst unerfüllt bleiben.