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Shakespeare als schwarze jüdische Frau? Neue Theorie stellt gängige Geschichte in Frage

In einer gewagten neuen Veröffentlichung behauptet die feministische Historikerin Irene Coslet, dass William Shakespeare nicht der berühmte Dichter war, den die Welt kennt, sondern eine schwarze jüdische Frau namens Emilia Bassano. Laut Coslets Buch „The Real Shakespeare“ soll Bassano, eine Tudor-Hofdichterin, hinter dem Pseudonym „Shakespeare“ stecken, während die wahre Urheberschaft von Shakespeares Werken über Jahrhunderte hinweg von den literarischen Eliten verborgen wurde.

Neue Perspektive auf die Shakespeare-Frage

Coslet stellt in ihrer Arbeit die etablierte Erzählung infrage, dass Shakespeare, ein ungebildeter Geschäftsmann aus Stratford-upon-Avon, die geniale Feder hinter den berühmtesten englischen Dramen war. Stattdessen argumentiert sie, dass Bassano, die als „schwarze jüdische Frau“ in einer von weißen Männern dominierten Gesellschaft unterdrückt wurde, die tatsächliche Autorin war, deren Identität bewusst zugunsten von Shakespeare unterdrückt wurde.

Die Historikerin weist darauf hin, dass Elizabethanische Gesellschaften es bevorzugten, einen „weißen“ männlichen Genies als Urheber von Shakespeares Werken zu sehen, anstatt einer Frau mit einer multikulturellen Identität, die auch noch jüdische und mohrische Wurzeln hatte. Bassano, die enge Verbindungen zur Theaterwelt pflegte und als Geliebte von Henry Carey, dem Lord Chamberlain unter Königin Elizabeth I., bekannt war, könnte möglicherweise die „dunkle Dame“ gewesen sein, die in Shakespeares Sonetten verewigt wurde.

Die Theorie, dass Bassano hinter dem Pseudonym Shakespeare steht, ist nicht neu. Auch die amerikanische Schriftstellerin Jodi Picoult hatte in ihrem Buch „By Any Other Name“ ähnliche Behauptungen aufgestellt, dass Shakespeare seinen Namen verkauft habe, um sich hinter ihm zu verstecken. Coslet geht sogar so weit, Bassano als „die Mutter einer Zivilisation“ zu bezeichnen, die eine prägende Rolle in der Geschichte gespielt habe, jedoch durch die dominante Erzählung der Literaturgeschichte ausgelöscht wurde.

Kontroversen um Shakespeares Herkunft

Die Frage nach der wahren Urheberschaft von Shakespeares Werken beschäftigt Gelehrte seit Jahrhunderten. Besonders Shakespeares bescheidene Herkunft – er war der Sohn eines Handschuhmachers aus Warwickshire mit begrenzter Schulbildung – hat zu Zweifeln an der Authentizität seiner Bildung und der Fähigkeit, solch komplexe Werke zu schaffen, geführt. Coslet vertritt die Ansicht, dass der Mann aus Stratford, „ein halbgebildeter Geldverleiher“, niemals in der Lage gewesen sein könnte, das beeindruckende Werk zu schaffen, das unter Shakespeares Namen bekannt wurde.

Sie hebt hervor, dass Bassano, die erste Frau in England, die originale Gedichte unter ihrem eigenen Namen veröffentlichte, über das kulturelle Wissen und die Diversität verfügte, die in Shakespeares Dramen zu finden sind. In ihrer Analyse kommt sie zu dem Schluss, dass Bassano nicht nur in der Literaturgeschichte eine bedeutende Figur war, sondern auch in ihrer sozialen Identität eine revolutionäre Bedeutung hatte, die bis heute nicht genügend gewürdigt wird.

Coslet schlägt vor, dass Bassanos Hautfarbe absichtlich aufgehellt wurde, um den Schönheitsidealen der Zeit zu entsprechen, was möglicherweise auch zu der fehlerhaften Vorstellung von einer „weißen“ Shakespeare-Identität beigetragen haben könnte.

Obwohl die Mainstream-Wissenschaft weiterhin Shakespeare aus Stratford als wahren Urheber anerkennt, stellen Coslets Thesen eine herausfordernde Perspektive auf die Literaturgeschichte dar, die weiterhin unter Fachleuten und Laien für Diskussionen sorgen dürfte.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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