Serienmörder Steve Wright gesteht sechsten Mord nach 25 Jahren
Urteil im Old Bailey erwartet
Der bereits verurteilte Serienmörder Steve Wright, bekannt als „Suffolk Strangler“, hat überraschend den Mord an der 17-jährigen Victoria Hall im Jahr 1999 gestanden. Das Geständnis kam am Montag vor Prozessbeginn am Londoner Old Bailey zustande. Wright, 67, wird am Freitag von Richter Mr. Justice Bennathan auch für diesen Fall verurteilt.
Wright ist bereits seit 2008 mit einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit auf vorzeitige Entlassung für die Ermordung von fünf Frauen in Ipswich inhaftiert. Das Geständnis für den Mord an Victoria Hall ist das erste Mal, dass er eine Tötung eingesteht. Zudem bekannte er sich schuldig, am 18. September 1999 die Entführung der 22-jährigen Emily Doherty in Felixstowe versucht zu haben.
Ein ungelöster Fall wird geklärt
Victoria Hall aus Trimley St Mary war in der Nacht zum 19. September 1999 nach einem Discobesuch mit einer Freundin verschwunden. Sie trennte sich gegen 2:20 Uhr nur wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt. Fünf Tage später wurde ihre Leiche in einem Graben in Creeting St Peter gefunden, etwa 40 Kilometer vom Tatort entfernt. Die Schülerin hatte gehofft, Soziologie an der Universität in Roehampton zu studieren.
Bereits 2001 war ein anderer Mann von dem Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Suffolk Police im Jahr 2019 führte schließlich 2021 zur erneuten Festnahme Wrights. Die Staatsanwaltschaft wies auf Ähnlichkeiten zu seinen anderen Taten hin: Alle sechs Opfer seien erwürgt worden, wiesen einen ähnlichen körperlichen Typ auf und wurden an vergleichbaren Orten abgelegt.
Ein versuchter Antrag seiner Verteidigung, die Geschworenen nicht über die fünf früheren Mordverurteilungen zu informieren, scheiterte kurz vor dem geplanten Prozess.
Hintergrund: Sechs Wochen Terror in Ipswich
Wrights Serienmorde lösten 2006 sechs Wochen lang Angst in Ipswich aus. Zwischen Oktober und Dezember verschwanden fünf Sexarbeiterinnen: Tania Nicol (19), Gemma Adams (25), Anneli Alderton (24), Paula Clennell (24) und Annette Nicholls (29). Ihre Leichen wurden in der ländlichen Umgebung der Stadt gefunden. Zwei der Frauen waren in makaberer Weise in Kreuzform positioniert worden.
Forensische Spuren wie DNA und Fasern von Wrights Kleidung, Haus und Auto verbanden ihn mit den Opfern. Obwohl er zugab, die Frauen in den Nächten ihres Verschwindens getroffen zu haben, bestritt er zunächst die Morde. Ein entscheidendes Detail aus den damaligen Ermittlungen war, dass Wright wiederholt im Rotlichtmilieu unterwegs war und eine Sexarbeiterin aussagte, er kenne sich in dem Gebiet aus, das mit Victoria Halls Mord in Verbindung stand.
Die Verurteilung am Freitag bringt einen über ein Vierteljahrhundert ungelösten Fall zum Abschluss und bestätigt Wright als Täter einer sechsten, lange ungeklärten Mordtat.