Senat stoppt umstrittene Zusammenlegung von Erzieher- und Grundschullehrerausbildung
Der kenianische Senat hat einen Plan des Bildungsministeriums blockiert, die Ausbildungsgänge für Frühpädagogen und Grundschullehrer zu fusionieren. Das Gremium wirft der nationalen Regierung vor, mit der umstrittenen Reform gegen das Devolutionsprinzip der Verfassung zu verstoßen und die Kompetenzen der Countys zu missachten.
Konkret sollte das Diplom für frühkindliche Bildung (DECTE) mit dem Diplom für die Grundschullehrerausbildung (DPTE) zu einem einzigen Abschluss verschmolzen werden. Das Ministerium begründete den Schritt mit der notwendigen Anpassung an den kompetenzbasierten Lehrplan (CBC). Der Senat erklärt die entsprechende Richtlinie jedoch für „illegal“.
Verfassungskonflikt und Angst vor Qualitätsverlust
Der zentrale Vorwurf lautet auf mangelnde Konsultation. „Das ist keine kleinere Verwaltungsanpassung. Es hat echte Konsequenzen für die Countys“, warnte die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Senatorin Betty Montet. Da die Vorschulerziehung laut Verfassung eine vollständig dezentralisierte Aufgabe der 47 Countys ist, habe die nationale Regierung kein Recht, Ausbildungsstandards ohne deren Zustimmung einseitig zu ändern. Auch der Rat der Gouverneure gibt an, nicht einbezogen worden zu sein.
Experten und Senatoren fürchten zudem, dass die Fusion zweier eigenständiger Disziplinen die Qualität der frühkindlichen Bildung verwässern wird. Senator Seki Lenku Ole Kanar betonte, dass für die Frühpädagogik spezielle Fähigkeiten wie Geduld, Kinderpsychologie und spielbasiertes Lernen nötig seien, die in einem generalisierten Grundschul-Curriculum verloren gehen könnten.
Die menschlichen Auswirkungen sind bereits spürbar: Hunderte Studierende und Ausbildungscolleges, die nach den alten Richtlinien arbeiten, sind im Ungewissen, ob ihre Qualifikationen noch anerkannt werden. Die neue Eintrittsnote für das fusionierte Diplom wurde zudem auf ein striktes „C“ angehoben, was Tausenden bisheriger Bewerber mit „D “ den Zugang zur Laufbahn als ECDE-Lehrer versperrt. „Wir schlagen einer ganzen Generation von Lehrkräften die Tür vor der Nase zu“, beklagte ein Beteiligter.
Drohender Engriff und nächste Schritte
Für den Senat geht es um mehr als Bildungspolitik: Man sieht in dem Vorstoß einen Versuch der Zentralregierung, Macht an sich zu ziehen. Indem das Ministerium Ausbildung und Zertifizierung kontrolliere, entscheide es letztlich darüber, wen die Countys einstellen können, was deren Autonomie untergrabe.
Die Countys befürchten außerdem, dass die höheren Zugangsvoraussetzungen und die fusionierte Ausbildung zu einem Mangel an ECDE-Lehrern führen werden, was höhere Gehälter erzwingen könnte, die ihre Budgets nicht tragen können. Der Senat drohte damit, den Bildungsminister vorzuladen, und könnte die Richtlinie für nichtig erklären, was einen Rechtsstreit auslösen würde, sollte das Ministerium nicht zurückrudern.
Während der Konflikt schwelt, bleiben die Lernenden die eigentlichen Leidtragenden, da Unsicherheit im Ausbildungssystem zu Instabilität in den Klassenzimmern führt. Die Zusammenlegung ist vorerst gestoppt, und die Countys haben einen vorläufigen Sieg im Kampf um die Verwaltung ihrer eigenen Schulen errungen.