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Schottischer Labour-Chef fordert landesweites Handyverbot an Schulen

Der schottische Labour-Vorsitzende Anas Sarwar will im Falle eines Wahlsieges seiner Partei im Mai ein flächendeckendes Verbot von Mobiltelefonen in Schulen durchsetzen. Er sei bereit, „mit jedem darüber zu streiten“, erklärte Sarwar am Mittwoch in Glasgow.

Entlastung für Schulleitungen gefordert

Sarwar argumentiert, die derzeitige Praxis, die Entscheidung über Handynutzung den einzelnen Schulleitungen zu überlassen, setze diese unnötig unter Druck. Ein einheitliches, landesweites Verbot würde diese Verantwortung von den Lehrkräften nehmen und für Klarheit sorgen. „Sie werden dann nicht mehr von Eltern oder Kindern herausgefordert und geraten in schwierige Situationen“, so Sarwar vor Journalisten.

Er verwies auf eigene Gespräche mit Schulleitern sowohl von Schulen mit als auch ohne Verbot. Die klare Präferenz sei eine eindeutige Vorgabe der Regierung. „Wir sollten den Lehrern und Schulleitern diese Verantwortung und diesen Druck nehmen und sie stattdessen darauf konzentrieren lassen, eine sichere Umgebung für Lehrer und Schüler in den Klassenzimmern zu schaffen und sich auf die Bildung zu konzentrieren“, sagte Sarwar.

Die Sicherheit der Kinder und des Lehrpersonals im Unterricht sei eine Pflichtaufgabe jeder Regierung, betonte er. Die Kosten für die Umsetzung des Verbots seien noch unklar und würden vom gewählten Modell abhängen. Sarwar machte jedoch deutlich: „Wir können nicht relativ bescheidene Kosten als Grund anführen, nicht zu handeln, wenn es um die Sicherheit unserer Schüler und Lehrer im Klassenzimmer geht.“

Weitere umstrittene Vorstöße angekündigt

Das Handyverbot an Schulen ist Teil einer Reihe umstrittener politischer Ankündigungen, die Sarwar in dieser Woche gemacht hat. Dazu gehört auch der Vorschlag, alle transgender Frauen vom Vollzug in Frauengefängnissen auszuschließen.

Zudem forderte der Labour-Chef auf derselben Pressekonferenz ein UK-weites Verbot von Social Media für Jugendliche unter 16 Jahren. Mit diesen Maßnahmen positioniert sich Sarwar deutlich vor dem anstehenden Wahltermin im Mai und sucht die gezielte öffentliche Auseinandersetzung zu gesellschaftspolitisch brisanten Themen.

Sarwars kompromisslose Haltung wird mit dem Schutzbedürfnis in Bildungseinrichtungen begründet. Obwohl er konkrete Zahlen zur Umsetzung schuldig bleibt, stellt er die Debatte auf eine prinzipielle Ebene: Die Schaffung einer störungsfreien und sicheren Lernumgebung habe Priorität.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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