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Schottische Raketenfirma kämpft ums Überleben nach Millionenverlusten

Die schottische Raumfahrtfirma Orbex, die mit staatlicher Unterstützung aufgebaut wurde, steht nach der Insolvenz ihrer dänischen Tochtergesellschaft und der Rücknahme weiterer Fördergelder durch die britische Regierung vor dem finanziellen Kollaps. Schottlands Steuerzahler könnten auf mehr als 29 Millionen Pfund verzichten müssen, die bislang in das Unternehmen investiert wurden.

Investitionen gefährdet

Orbex, ein Unternehmen mit Sitz in Moray, hatte gehofft, noch in diesem Jahr erste Raketenstarts durchzuführen. Doch nun ist es in Verhandlungen über den Verkauf von Vermögenswerten, um das Überleben des Projekts zu sichern. Die Firma hatte zuvor erhebliche öffentliche Gelder über die Schottische Nationalbank (SNIB) sowie weitere Mittel aus Westminster erhalten, die nun möglicherweise abgeschrieben werden müssen. Zudem flossen Steuergelder in das Spacecenter SaxaVord auf den Shetlandinseln, das bisher von Verzögerungen geplagt wurde und noch keinen erfolgreichen Start durchgeführt hat.

Ein Insider der SNIB erklärte, dass die Raumfahrtbranche enormes Potenzial, aber auch das Risiko großer Verluste berge. Man investiere in dem Wissen, dass es sich um eine noch junge Industrie handelt, in der viele Unternehmen scheitern könnten. Es bleibt unklar, ob die Investitionen in Orbex verloren gehen oder ob das Unternehmen seine Vermögenswerte verkaufen und das Projekt in irgendeiner Form fortführen kann.

Trotz dieser Herausforderungen betonte ein Sprecher der schottischen Regierung, dass Schottland weiterhin eines der besten Länder in Europa sei, um in die Raumfahrtbranche zu investieren und Innovationen voranzutreiben. Das Ministerium beobachte die Entwicklungen und arbeite eng mit anderen Partnern zusammen.

Orbex hatte ursprünglich geplant, eigene Startanlagen in Sutherland zu errichten, gab dieses Vorhaben jedoch auf und verlegte die geplanten Starts nach SaxaVord. Sollte das Unternehmen scheitern, hätte dies auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Shetland-Infrastruktur, die bereits durch eine Explosion einer Testrakete im Jahr 2024 zurückgeworfen wurde.

Die Abgeordnete Ariane Burgess aus den Highlands und Islands kritisierte, dass Orbex trotz umfangreicher öffentlicher Investitionen das Sutherland Spaceport-Projekt ohne Vorwarnung aufgegeben habe. Nun stehe die Zukunft der Arbeitsplätze auf den Shetland-Inseln und in Moray auf der Kippe. Sie forderte Klarheit über die Auswirkungen eines möglichen Unternehmensverkaufs auf Arbeitsplätze, Landnutzung und Umweltschutz.

Der schottische Konservative Jamie Halcro Johnston äußerte sich besorgt über die Entscheidung der Labour-Regierung, Investitionen zu stoppen, und wies darauf hin, dass bereits Millionen von Steuergeldern verloren gingen. Er kritisierte die Politik der SNP als wachstumsfeindlich und warnte vor weiteren negativen Folgen für Unternehmen in Schottland.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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