Schottische Labour-Partei plant Verbot für transsexuelle Häftlinge in Frauenhaftanstalten
Der Vorsitzende der Schottischen Labour-Partei, Anas Sarwar, hat versprochen, dass er im Falle eines Wahlsiegs transsexuelle Häftlinge aus Frauengefängnissen verbannen wird. Sarwar erklärte, dass er innerhalb weniger Tage nach seinem Amtsantritt als First Minister männliche Häftlinge aus Frauenhaftanstalten verlegen werde. Dies sei notwendig, um die Sicherheit und das Vertrauen in das Gefängnissystem zu wahren.
Rechtliche Auseinandersetzungen um Richtlinien für transsexuelle Gefangene
Inmitten eines langjährigen Streits über die Behandlung transsexueller Gefangener wird in den kommenden Tagen eine dreitägige Anhörung am Court of Session erwartet. Dabei geht es um die Richtlinien der schottischen Regierung, die es einigen männlichen Häftlingen erlaubt, in Frauengefängnissen untergebracht zu werden. Die Kampagnengruppe For Women Scotland (FWS) hat den Fall vor Gericht gebracht und fordert, dass diese Richtlinien für unrechtmäßig erklärt werden.
Die schottische Regierung verteidigt hingegen diese Richtlinien und argumentiert, dass eine pauschale Regelung, die transsexuelle Gefangene nach ihrem biologischen Geschlecht einordnet, die Rechte einiger Häftlinge verletzen würde. Sarwar jedoch stellt sich klar auf die Seite von FWS und kritisiert die Regierung dafür, dass sie sich zu lange mit rechtlichen und kulturellen Konflikten beschäftigt habe, anstatt sich auf die wirklichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu konzentrieren.
„Es ist einfach nicht richtig, dass Männer, die sexuelle oder gewalttätige Straftaten gegen Frauen begangen haben, in Frauengefängnissen untergebracht werden. Das untergräbt Sicherheit, Würde und Vertrauen“, sagte Sarwar in einer Erklärung. Sollte er als Premierminister vereidigt werden, würde er „schnell handeln“ und die Gefängnisse wieder ausschließlich nach biologischem Geschlecht trennen.
Die Diskussion nahm 2023 eine Wendung, als die transsexuelle Vergewaltigerin Isla Bryson, die ursprünglich als Adam Graham angeklagt war, vorübergehend im Frauengefängnis Cornton Vale untergebracht wurde, bevor sie in das HMP Edinburgh verlegt wurde. Diese Entscheidung stieß auf heftige öffentliche Kritik und löste landesweite Debatten über die Unterbringung von transsexuellen Straftätern in Frauengefängnissen aus.
Dieser Vorfall und die darauf folgenden rechtlichen Auseinandersetzungen trugen dazu bei, dass Sarwar seine Position änderte. Zuvor hatte er den Gesetzentwurf zur Selbstidentifikation von Geschlechtern im Jahr 2022 unterstützt, der jedoch durch die britische Regierung blockiert wurde. Sarwar distanzierte sich nun von der Politik der Regierung und trat für eine klare Trennung von Männer- und Frauenhaftanstalten ein.
„Es wird Zeit, dass wir in dieser Frage Klarheit schaffen“, fügte Sarwar hinzu. „Frauenhaftanstalten existieren aus einem bestimmten Grund: um Frauen zu schützen. Viele Frauen im Gefängnis haben Traumata und Gewalt erfahren, oft durch Männer. Wir werden sicherstellen, dass das Gefängnissystem nach biologischem Geschlecht getrennt wird.“
Joani Reid, eine genderkritische Feministin und Labour-Abgeordnete, begrüßte die klare Position von Sarwar und kritisierte die schottische Regierung scharf. Sie sagte: „Die Entscheidung, Männer, die Verbrechen gegen Frauen begangen haben, in Frauengefängnisse zu stecken, war verantwortungslos und unverantwortlich. Anas Sarwar zeigt jetzt den Mut, den wir in Schottland brauchen, um endlich zu handeln.“
Die schottische Regierung unter Premierminister John Swinney hat bislang betont, dass die bestehenden Richtlinien keine Änderung erforderten und die Regelungen weiterhin im Einklang mit den Rechten aller Gefangenen stünden. Doch die Debatte um die Unterbringung von transsexuellen Straftätern in Frauengefängnissen zeigt, wie gespalten die schottische Politik zu diesem Thema bleibt.