Schottische Abgeordnete fordern Veröffentlichung von Krankenhauskommunikationen
Am Mittwoch stimmten die schottischen Abgeordneten in Edinburgh über einen Antrag ab, der die schottische Regierung auffordert, alle Kommunikationen im Zusammenhang mit dem Queen Elizabeth University Hospital (QEUH) zu veröffentlichen. Der Antrag wurde von Anas Sarwar, dem Vorsitzenden der schottischen Labour-Partei, eingebracht und fordert eine vollständige Offenlegung und Aufbewahrung aller Dokumente, die mit den Problemen des kontaminierten Wassers, dem unzureichenden Belüftungssystem und der verfrühten Eröffnung des Krankenhauses zusammenhängen.
Die Abstimmung fiel mit 64 Ja-Stimmen und 56 Nein-Stimmen aus, ohne Enthaltungen. Das QEUH und das benachbarte Royal Hospital for Children in Glasgow waren Gegenstand einer umfassenden Untersuchung, die aufgrund von Todesfällen im Zusammenhang mit Infektionen eingeleitet wurde, darunter der tragische Fall von Milly Main im Jahr 2017, die als 10-Jährige starb.
Politische Forderungen und rechtliche Bedenken
Sarwar forderte, dass sowohl aktuelle als auch ehemalige Minister, die mit dem Bau des Krankenhauses in Verbindung stehen, vor der Untersuchungskommission befragt werden. Insbesondere gab es Forderungen, dass prominente Politiker wie Nicola Sturgeon, John Swinney und Shona Robison, die bislang nicht vor der Kommission aussagten, zur Verantwortung gezogen werden sollten.
„Ohne deren Zeugenaussagen wird das volle Bild niemals ans Licht kommen“, sagte Sarwar und warnte, dass ohne politische Aufarbeitung die Regierung später behaupten könnte, dass die Probleme ausschließlich im Gesundheitsbereich entstanden und nicht durch politische Entscheidungen verhindert werden konnten. Dies müsse durch ordnungsgemäße Prüfungen verhindert werden.
Gesundheitsminister Neil Gray äußerte sich zur Forderung nach einer erweiterten Untersuchung und erklärte, er verstehe die Besorgnis, betonte jedoch, dass dies gegen das gesetzliche Rahmenwerk des schottischen Untersuchungsgesetzes verstoßen würde. Das Gesetz gewährleiste die Unabhängigkeit der Untersuchung und ermögliche es dem Vorsitzenden der Kommission, wie etwa Lord Brodie, zu entscheiden, welche Beweise relevant sind.
Sarwar drängte darauf, dass die schottische Regierung alle relevanten Dokumente, die während der Eröffnung des Krankenhauses entstanden sind, sofort veröffentlicht. Trotz seiner Zusicherung, dass er alle benötigten Informationen bereitstellen werde, blieb Gray vage, ob diese auch ohne eine explizite Anfrage durch die Untersuchungskommission öffentlich gemacht würden.
Nach der Abstimmung erklärte Sarwar, dass das schottische Parlament ein klares Signal gesendet habe: „Die Regierung der SNP muss endlich aufhören, sich hinter einer Kultur der Geheimhaltung zu verstecken“, so Sarwar weiter. „Die Familien der Verstorbenen verdienen die Wahrheit, und wir müssen wissen, was genau die Regierung wusste und welche Entscheidungen getroffen wurden.“