Schiffskapitän wegen tödlichem Zusammenstoß mit Tanker angeklagt
Der Kapitän eines Containerschiffs ist wegen eines tödlichen Zusammenstoßes mit einem Öltanker im März vergangenen Jahres angeklagt worden, bei dem ein Crewmitglied ums Leben kam. Vladimir Motin, ein russischer Staatsbürger, stand am Dienstag vor dem Old Bailey, um sich wegen seiner Rolle in dem Vorfall zu verantworten, bei dem der 38-jährige Mark Angelo Pernia starb.
Fehlerhafte Reaktion führte zur tödlichen Kollision
Der Zusammenstoß ereignete sich in der Nähe der Humber-Mündung, als das Containerschiff „Solong“ mit dem Tanker „Stena Immaculate“ kollidierte. Letzterer war mit über 220.000 Fässern hochgradigem Flugzeugtreibstoff beladen, während das Containerschiff hauptsächlich alkoholische Spirituosen sowie gefährliche Chemikalien transportierte, darunter unzureichend gereinigte Natriumcyanidbehälter. Der Aufprall löste eine verheerende Explosion aus, als Treibstoff aus dem Tanker austrat und sich entzündete.
Während der Kollision befand sich Pernia auf dem Bug des „Solong“ und wurde bei der Explosion getötet. CCTV-Aufnahmen vom Tanker zeigten den Moment, als die beiden Schiffe in einer gewaltigen Feuerballexplosion aufgingen.
Motin, der während des Vorfalls als Alleinwachmann auf dem Schiff war, wurde im Verlauf seiner Vernehmung damit konfrontiert, dass er keine rechtzeitige Warnung ausgab oder Hilfe rief, um den Zusammenstoß zu verhindern. Der Staatsanwalt stellte ihm die Frage, ob er den „ernsthaften und offensichtlichen“ Todesrisiko, das durch die Kollision und die Tatsache, dass beide Schiffe mit brennbaren Materialien beladen waren, hätte erkennen müssen.
Motin bestritt, gewusst zu haben, dass das Schiff des Tankers brennbare Güter an Bord hatte, obwohl die Staatsanwaltschaft darauf hinwies, dass der Unfall ein gewisses Maß an Vorhersehbarkeit besaß. Besonders wurde die Geschwindigkeit des Aufpralls, 16 Knoten, und die daraus resultierende Funkenbildung betont, die das Risiko einer Explosion erhöhte.
Ein zentraler Vorwurf war, dass Motin versäumte, den Alarm rechtzeitig auszulösen, was möglicherweise den Tod von Pernia hätte verhindern können. Der Kapitän gab an, dass er einen Fehler gemacht habe, als er versuchte, auf manuelle Steuerung umzuschalten, ohne zu bemerken, dass der Autopilot weiterhin aktiv war. Zudem gab es Hinweise, dass er während des Vorfalls nicht alle verfügbaren Mittel genutzt hatte, um eine Kollision zu verhindern, darunter Radar und eine ordnungsgemäße Ausschau.
Die Verhandlung wurde bis Mittwoch vertagt. Motin hat den Vorwurf der fahrlässigen Tötung bestritten.