Sadiq Khans Preiserhöhung für Londoner Nahverkehr belastet Pendler mit 168 Millionen Pfund jährlich
Die von Bürgermeister Sadiq Khan angekündigte Preiserhöhung für den Londoner Nahverkehr wird die Fahrgäste mit zusätzlichen 168 Millionen Pfund pro Jahr belasten. Dies geht aus neuen offiziellen Dokumenten hervor, die die Auswirkungen der Erhöhung detailliert beschreiben. Zwei Monate nach der Ankündigung im Dezember wurden diese Zahlen jetzt veröffentlicht, als Teil des Genehmigungsprozesses für die geplanten Änderungen.
Ab dem 1. März steigen die Fahrpreise für die U-Bahn, London Overground und die Elizabeth Line im Durchschnitt um sechs Prozent. Dies entspricht einer Vorgabe der britischen Regierung, die ihre Investition in Höhe von 2,2 Milliarden Pfund in Transport for London (TfL) an diese Erhöhungen knüpft. Diese Maßnahme hat auch Auswirkungen auf das Busnetz von TfL, dessen Einkünfte aufgrund eines Rückgangs der Fahrgastzahlen seit der Pandemie weiter sinken.
Fahrpreise steigen, Busnetz weiterhin unter Druck
Die Erhöhung betrifft vor allem Fahrten auf der U-Bahn und den Zugverbindungen. In Zone 1 wird der Spitzenpreis für Fahrten während der Hauptverkehrszeiten um 6,9 Prozent ansteigen, von 2,90 Pfund auf 3,10 Pfund. Off-Peak-Tickets, die auch Wochenenden betreffen, steigen um 7,1 Prozent auf 3 Pfund. Für die meisten Fahrten auf der U-Bahn und den Zugverbindungen wird der Preis um 10 bis 20 Pence steigen, während Fahrten, die Zone 7 oder höher betreffen, um bis zu 50 Pence teurer werden können. Besonders betroffen sind Fahrten im äußeren Bereich der Metropolitan Line, der Elizabeth Line und des London Overground.
Besonders bemerkenswert ist, dass für Kinder in den Zonen 7 bis 9 die Fahrpreise ebenfalls steigen werden, allerdings nur um 5 bis 10 Pence. Allerdings gibt es auch positive Nachrichten: Die Preise für Travelcards sowie die täglichen und wöchentlichen Höchstpreise für Mehrfahrten-Tickets bleiben eingefroren. Dies ist eine Folge der Entscheidung der Regierung, die nationalen Bahnpreise ab März zu deckeln.
Das Busnetz von TfL wird weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert sein. Die Busfahrpreise bleiben bis zum 5. Juli eingefroren, was jedoch nur eine vorübergehende Maßnahme darstellt. Es ist noch unklar, wie die Preise nach diesem Zeitpunkt angepasst werden. Die jährlichen Subventionen für das Busnetz betragen derzeit 1,2 Milliarden Pfund, und es gibt bereits Bestrebungen, weniger rentable Buslinien zu kürzen.
Ein weiterer Punkt ist die Preiserhöhung für Fahrten auf der Elizabeth Line zwischen zentralem London und dem Flughafen Heathrow. Diese Fahrten werden um 11,5 Prozent teurer, von 13,90 Pfund auf 15,50 Pfund. Diese Anpassung umfasst sowohl den Standardtarif für Zone 1-6 als auch einen speziellen Zuschlag für Heathrow.
Die neue Preiserhöhung spiegelt die Notwendigkeit wider, TfL zu finanzieren und das öffentliche Verkehrssystem in London langfristig zu erhalten. Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, betonte, dass trotz dieser Preiserhöhungen das Ziel weiterhin sei, das öffentliche Verkehrssystem für alle bezahlbar zu halten. Unter den Bedingungen des Regierungsrahmens war er verpflichtet, die Preise für den Nahverkehr um RPI 1 Prozent zu erhöhen, was die zusätzlichen Belastungen für die Pendler erklärt.
Ein weiterer Punkt ist, dass der tägliche Höchstpreis für Bus- und Tramfahrten bei 5,25 Pfund bleibt, was dem Preis von drei Einzelfahrten entspricht. Ebenso bleibt der Preis für das 7-Tage-Bus- und Tram-Ticket bis Juli bei 24,70 Pfund. Trotz der höheren Fahrpreise sollen Pendler weiterhin von einem verlässlichen und sicheren öffentlichen Verkehrssystem profitieren.