Sadiq Khan kritisiert Donald Trumps Immigrationspolitik nach tödlichen ICE-Einsätzen
Der Bürgermeister von London, Sadiq Khan, hat die strikte Immigrationspolitik von Donald Trump scharf kritisiert und warnt, dass die jüngsten Einsätze des US-amerikanischen Immigrations- und Zollschutzes (ICE) das Land auf einen „dunklen“ Weg führen könnten. Anlass für die Kritik sind die tödlichen Schüsse auf zwei Amerikaner, die vor kurzem bei Einsätzen von ICE-Einheiten ums Leben kamen.
In einer deutlichen Botschaft auf der Plattform X (ehemals Twitter) bezeichnete Khan die ICE-Einsätze als Beweis für die negativen Auswirkungen einer zunehmend nativistischen und populistischen Politik. „ICE zeigt uns den dunklen Ort, an den uns dieser populistische Nationalismus führen kann“, erklärte Khan. „Maskierte paramilitärische Einheiten auf den Straßen, die mit offensichtlicher Straffreiheit Gemeinschaften terrorisieren“, fügte er hinzu.
Der Londoner Bürgermeister ging sogar so weit, die politische Entwicklung in Großbritannien zu warnen. In einem indirekten Seitenhieb auf die Reform UK von Nigel Farage erklärte er: „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese hässlichen Kräfte die Politik im Vereinigten Königreich vergiften.“ Khan sprach vor kurzem bei einer Veranstaltung der Fabian Society und teilte seine Bedenken hinsichtlich der Rolle von ICE als „de facto paramilitärische Kraft, die diverse Gemeinschaften ins Visier nimmt und terrorisiert.“
Fehlgeschlagene ICE-Einsätze und zunehmende Kritik an Trump
Khans Angriff auf Trumps Immigrationspolitik fällt mit zunehmender öffentlicher Kritik an der aggressiven Vorgehensweise von ICE zusammen, insbesondere nach dem tödlichen Vorfall mit dem Protester Alex Pretti, der letzten Samstag in Minneapolis von einem Grenzschutzbeamten erschossen wurde. Dieser Vorfall folgt auf den ebenfalls tödlichen Vorfall mit Renee Nicole Good, ebenfalls in Minnesota, Anfang des Monats, was zu landesweiten Protesten führte.
Die tödlichen Vorfälle haben landesweit einen scharfen öffentlichen Widerstand ausgelöst, und Umfragen zeigen einen Rückgang der Unterstützung für Trumps harte Haltung in Bezug auf die Immigration. Trump und der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, trafen sich kürzlich in einem Gespräch, bei dem Trump ankündigte, eine Deeskalation der ICE-Einsätze zu erwägen. Walz und andere lokale Politiker hatten den Einsatz von Tausenden von Bundesagenten als „gesetzlose Invasion“ bezeichnet.
Trump erklärte, dass er bereit sei, die Zahl der Einsatzkräfte in Minnesota zu reduzieren, und er bekräftigte seine Absicht, mit dem Heimatschutzministerium zu sprechen, um sicherzustellen, dass eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls durch den Staat erfolgen kann.
Der Präsident sagte auch, dass der „grenzpolitische Zar“ Tom Homan nach Minneapolis geschickt werde, um mit lokalen Beamten zusammenzuarbeiten. Während andere hochrangige Trump-Beamte Pretti als „innere Terroristen“ bezeichneten, äußerte sich Homan öffentlich nicht zu dem Vorfall.
Die scharfe Auseinandersetzung mit den ICE-Einsätzen und Trumps konfrontativer Politik zur Einwanderung steht vor einem weiteren entscheidenden Moment: Eine US-Richterin prüft derzeit, ob der von der Regierung verhängte Einsatz von 3.000 zusätzlichen ICE-Agenten gestoppt werden soll. Dieser Schritt wird von lokalen Behörden als politischer Druck angesehen, um den Staat dazu zu bewegen, seine Einwanderungspolitik zu ändern.
Die jüngste Kritik an Trumps Immigrationspolitik zeigt, dass sowohl innerhalb der Republikanischen Partei als auch unter Demokraten eine zunehmende Besorgnis über die Taktiken der Regierung besteht. Einige Republikaner, darunter Senator Ted Cruz, haben Trumps Verwaltung aufgefordert, einen maßvolleren Ansatz zu verfolgen, um zu verhindern, dass weitere Leben verloren gehen.