Ruto warnt Gachagua: Keine politischen Kämpfe in Kirchen
Präsident William Ruto hat sich entschieden gegen die Politisierung von Gottesdiensten ausgesprochen. Seine Warnung folgt einem Zwischenfall in Othaya, Nyeri, bei dem die Polizei Tränenggas gegen seinen ehemaligen Stellvertreter Rigathi Gachagua einsetzte.
Ultimatum nach Tränengas-Einsatz
Das Lager um Gachagua sieht in dem Vorfall einen mutmaßlichen Attentatsversuch einer verdeckten Einheit und hat ein Ultimatum gestellt: Bis zum 16. Februar müssen die verantwortlichen Polizisten festgenommen werden. Andernfalls drohen landesweite und „beispiellose“ Proteste. Dieser Termin stellt eine konkrete Frist für die Eskalation des Machtkampfes dar.
Präsident Ruto ging in einer kirchlichen Ansprache nicht direkt auf das Datum ein, sondern zog eine grundsätzliche Linie. „Der Altar ist ein Ort des Respekts“, sagte er. „Wir dürfen ihn nicht politisieren oder nutzen, um Hass zu verbreiten.“ Er forderte die politischen Gegner auf, Kirchen nicht als Schauplätze der Gewalt zu missbrauchen.
Der Vorfall in der Kirche von Othaya hat in der Mount-Kenya-Region für Empörung gesorgt. Die traditionelle Zufluchtsstätte Kirche ist damit zum Zentrum eines hochriskanten politischen Machtkampfes geworden.
Wirtschaft als Argument gegen Proteste
Ruto nutzte zudem ein vertrautes Argument und warnte, dass Proteste den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes gefährden würden. Er rief insbesondere die Jugend auf, sich nicht als Bauern in politischen Machtspielen instrumentalisieren zu lassen.
Gleichzeitig bot der Präsident das Gespräch an. „Wenn ihr ein Gespräch wollt, können wir das führen“, sagte Ruto, „aber nicht durch Anarchie.“ Die Frage bleibt, ob die Opposition diesen friedlichen Ausweg wählt oder ob sie stattdessen ab dem 16. Februar auf die Straße geht. Die Nation hält den Atem an, während sich der Konflikt zwischen dem Präsidenten und seinem entmachteten Vize gefährlich zuspitzt.