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Rivalitäten innerhalb der ODM: Winnie Odinga fordert sofortige NDC und hinterfragt Oburu Ogingas Führung

Der Kampf um die Nachfolge innerhalb der Orange Democratic Movement (ODM) hat sich öffentlich zugespitzt, als Winnie Odinga und jüngere Abgeordnete die Legitimität von Oburu Ogingas Amtsführung als Übergangsparteivorsitzender infrage stellten und eine sofortige Einberufung des National Delegates Convention (NDC) forderten.

Seit dem Tod von Raila Odinga im Jahr 2025 wird die ODM von Dr. Oburu Oginga als Übergangsführer geführt, doch die Partei steht nun vor einer tiefen Krise. Was als respektvolle Trauerzeit begann, hat sich zu einem erbitterten Machtkampf entwickelt. Der Auslöser: Eine öffentliche Erklärung von Winnie Odinga, in der sie betonte, dass die Führung ihres Onkels „vorläufig und bedingt“ sei, bis sie von einem NDC ratifiziert werde. Diese öffentliche Korrektur aus dem inneren Kreis der Odinga-Dynastie zeigt, dass innerhalb der Familie Uneinigkeit über die zukünftige Führung herrscht.

Die Verfassungsfrage

Der Streit dreht sich um Artikel 6 der ODM-Verfassung. Während der National Executive Committee (NEC) Oburu Oginga im Oktober 2025 als Übergangsführer einsetzte, argumentieren Kritiker wie der Abgeordnete Caleb Amisi aus Saboti, dass diese Entscheidung nur eine Übergangslösung gewesen sei, die nun überzogen und längst abgelaufen sei. „Es gibt keine Monarchie in der ODM“, erklärte Amisi in einem Podcast, der in Chungwa House für Aufsehen sorgte. „Man kann eine politische Partei nicht wie ein Stück Land erben. Die Delegierten müssen entscheiden.“

Die „jungen Türken“ innerhalb der Partei fordern eine vollständige Erneuerung. Sie befürchten, dass die Bindung der Partei an den älteren Oginga – ein erfahrener Staatsmann, aber kein politischer Feuerbrand – die Gen Z-Wählerschaft entfremden könnte, die Raila Odinga begonnen hatte zu gewinnen.

Ohne eine Einberufung des NDC sind die Entscheidungen von Oburu Oginga rechtlich anfechtbar. Parteibeschlüsse, Koalitionsvereinbarungen und Disziplinarmaßnahmen stehen derzeit auf der Kippe.

Hinter den Kulissen kämpfen mächtige Persönlichkeiten, darunter ehemalige Gouverneure und lautstarke Abgeordnete, um den Spitzenposten. Sie sehen die Verzögerung bei der Einberufung des NDC als Taktik des „alten Wächters“, um sich weiter zu verankern.

Winnie Odinga als Schlüsselfigur

Winnie Odingas Eingreifen ist kalkuliert. Indem sie auf die Einhaltung des Prozesses drängt, positioniert sie sich nicht unbedingt als Erbin, sondern als Königinmacherin – oder vielleicht als das Gewissen einer Partei, die ihren Kurs ohne ihren Gründer zu finden versucht.

Die ODM-Maschinerie ist momentan gelähmt. Der „Übergangs“-Status von Oburu Oginga hat ein Machtvakuum geschaffen, in dem sich in den Hochburgen der Partei in Nyanza, Westkenia und an der Küste lokale Warlords herausbilden. Ohne die starke Präsenz von Raila Odinga, der die Mitglieder disziplinierte, zerbricht die Partei zunehmend in interne Konflikte.

Das kommende NEC-Treffen wird zum entscheidenden Schauplatz. Sollte kein Datum für den NDC festgelegt werden, könnte die Partei riskieren, sich zu spalten und die Wahlen 2027 ihren Gegnern kampflos zu überlassen. Der Löwe ist fort, und das Rudel zerfällt.

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Thomas Kufus

Thomas Kufus ist Redakteur und Medienanalyst mit Schwerpunkt auf Film, Kultur und digitale Medien. Er schreibt über internationale Kino- und Streamingtrends sowie über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Medienbranche.

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