Renault und Nissans Plan, ihre Allianz wieder aufzubauen

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Tokio, 27. Mai – Die Allianz der Automobilhersteller von Renault SA, Nissan Motor Co und Mitsubishi Motors Corp hat am Mittwoch eine neue Strategie vorgestellt, bei der der stärkste Partner die Führung in Bereichen wie neuen Technologien und der Beschaffung von Teilen übernimmt.

Der Plan konzentriert sich stark auf Kosteneinsparungen, da die Gewinne in den Unternehmen gesunken sind. Diese Situation wurde durch die Folgen der Coronavirus-Pandemie noch verstärkt.

Hier ist ein Blick auf die Hauptpunkte des Plans:

FÜHRER UND FOLGER

Der Kern der neuen Strategie heißt „Leader-Follower“ -Schema. Darunter wird das Allianzmitglied mit der stärksten Position in einem Markt, Produkt oder einer Technologie die Bemühungen der Gruppe dort anführen, wobei die anderen dies unterstützen.

Die Allianz sagte, bei dem Plan gehe es darum, die größtmögliche Effizienz aus der Partnerschaft herauszuholen, um die Kosten zu senken.

Ziel ist eine Reduzierung der Modellinvestitionen um bis zu 40%. Fast die Hälfte der Fahrzeugpalette der Allianz werde bis 2025 im Rahmen des Programms produziert.

REFERENZPUNKTE

Jedes Mitglied der Allianz wird sich auf seine stärksten Vertriebsregionen konzentrieren, die als „Referenzregionen“ bezeichnet werden.

Nissan wird für die größten globalen Märkte verantwortlich sein: China und Nordamerika sowie Japan. Renault übernimmt die Führung in Europa, Russland, Südamerika und Nordafrika, während Mitsubishi Motors Eigentümer von Südostasien und Ozeanien ist.

Für die jeweiligen Regionen wird das Referenzunternehmen versuchen, die Kosteneinsparungen bei der gemeinsamen Nutzung von Werken und der Beschaffung von Teilen zu maximieren.

MEHR GEMEINSAM

Die Allianzpartner wollen noch mehr Teile standardisieren und über gemeinsame Plattformen hinaus gemeinsame obere Fahrzeugkarosserien schaffen.

In jedem Produktsegment wird es ein “Mutter” -Fahrzeug geben, das von der führenden Firma entwickelt wurde, und mehrere “Schwester” -Fahrzeuge der anderen Partner.

Der Vorsitzende der Allianz, Jean-Dominique Senard, gab Brasilien in seinem Vortrag am Mittwoch als Beispiel, in dem die Autohersteller planen, von sechs Modellen auf vier verschiedenen Plattformen auf sieben Modelle auf einer einzigen Plattform umzusteigen.

TECHNOLOGIEFÜHRER

Investitionen in die neuen Technologien, die die Autoindustrie weltweit verändern, gehören derzeit zu den größten Kosten für jeden Autobauer.

Auch hier wendet die Allianz das Leader-Follower-Modell an, wobei Nissan beim autonomen Fahren die Führung übernimmt.

Renault wird hauptsächlich für Technologien für vernetzte Autos verantwortlich sein, außer in China, wo Nissan die Verantwortung übernehmen wird.

Bei Elektrofahrzeugen (EV) teilen die Partner die Arbeitslast auf. Nissan wird bei der Entwicklung einer EV-spezifischen Architektur führend sein, während Renault sich mit elektrischen Kompaktwagen befasst. Mitsubishi Motors wird die Entwicklung der Plug-in-Hybridtechnologie anführen.

“NO MERGER”

Senard sagte jedoch, dass diese noch engere Zusammenarbeit zu keiner Art von Fusion geführt habe, was seit Jahren ein Streitpunkt innerhalb des Bündnisses sei.

“Es gibt keinen Plan für eine Fusion unserer Unternehmen”, sagte er. “Wie Sie sehen, brauchen wir nach allem, was wir gesagt haben, keine Fusion, um effizient zu sein.”

(Berichterstattung von Kevin Buckland; Redaktion von David Clarke)

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