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Regensburg: An Wahlständen viel Unverständnis für Thüringer Wahl

Die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen hat auch für viel Diskussionsstoff an den Regensburger Wahlständen gesorgt. Dass der FDP Kandidat Kemmerich mit Hilfe der AfD- Stimmen und mit Unterstützung der CDU gewählt wurde, ist für viele ein No-Go.

Es war das Thema am Donnerstag an den Wahlständen zur Kommunalwahl in Regensburg: Die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen, bei der am Mittwoch der FDP Kandidat Thomas Kemmerich im dritten Wahlgang überraschend angetreten war. Mit Hilfe der AfD und auch der CDU hatte er die Wahl mit einer Stimme Mehrheit gewonnen. Bevor Kemmerich am Donnerstag Nachmittag offenbar dem öffentlichen und auch parteiinternen Druck nachgab und seinen Rücktritt bekanntgab, hatte das Thema an den Wahlständen in Regensburg für rege Diskussionen gesorgt.

Maltz-Schwarzfischer: Kemmerich hätte keine Mehrheiten bekommen

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) sagte dem BR, der Rücktritt Kemmerichs sei vermutlich unumgänglich gewesen. Er hätte als Ministerpräsident gar nicht agieren können, er hätte keine Mehrheiten bekommen und wäre wieder auf die AfD angewiesen gewesen. Sein Rücktritt sei dem Druck geschuldet, den er aus seiner Partei und der Öffentlichkeit bekommen habe.

Freudenstein (CSU): Wahl Kemmerichs ist ein politisches Drama

Für die CSU kandidiert die Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein in Regenburg als Oberbürgermeisterin. Auch sie hatte heute Mittag einen Infostand in der Altstadt und wurde mit dem Thema von Wählern konfrontiert. Die Schwesterpartei CDU hatte zusammen mit der AfD den FDP Kandidaten zum Sieg verholfen. Freudenstein selbst bezeichnet die Wahl im Thüringer Landtag als “ein politisches Drama”. Doch einige Menschen am Stand würden nicht verstehen, warum das jetzt so ein Drama sei, wenn einer von der FDP Ministerpräsident von Thüringen werde. Besser als ein Linksextremer, sei es von einigen CSU-Anhängern zu hören. Deshalb gebe es auch viel Erklärungsbedarf, warum sich die CSU so klar von diesem Vorgang in Thüringen abgrenze, sagt Freudenstein. Eine Zusammenarbeit mit der AfD sei auch für sie keine Option.

Meierhofer (FDP): Kemmerich hätte Wahl nicht annehmen dürfen

Der Regensburger OB -Kandidat der FDP, Horst Meierhofer, steht zwar hinter der Entscheidung seines Parteifreundes Kemmerich bei der Wahl zum Ministerpräsidenten anzutreten. Er hätte aber seiner Meinung nach die Wahl nicht annehmen dürfen, als klar geworden sei, dass die AfD nicht ihren eigenen Kandidaten, sondern ihn gewählt habe.

Stefan Christoph (GRÜNE): “Alle fanden es erschreckend”

Stefan Christoph, der Regensburger OB-Kandidat für die Grünen, sagt, keiner an seinem Stand hätte Verständnis für die Vorgänge in Thüringen. Dass sich ein Kandidat einer Partei, die es bei der Landtagswahl gerade noch so in den Landtag geschafft habe, zum Ministerpräsidenten wählen lasse, mit AfD Unterstützung, das würde hier kaum einer verstehen. Alle hätten es erschreckend gefunden, sagt Christoph.