Rajar-Zahlen zeigen gemischtes Bild für UK-Radiosender
Neue Hörerzahlen offenbaren unterschiedliche Trends bei den britischen Radiostationen. Während einige BBC-Programme Zuwächse verbuchen, müssen andere leichte Verluste hinnehmen. Die Quartalsdaten der Forschungsgesellschaft Rajar für Oktober bis Dezember 2025 zeigen vor allem bei den Frühstückssendungen ein differenziertes Bild.
Radio 2 bleibt Spitzenreiter trotz langfristigem Rückgang
Die beliebteste Einzelstation im Vereinigten Königreich ist weiterhin BBC Radio 2 mit einer durchschnittlichen Wochenhörerschaft von 12,71 Millionen in den letzten drei Monaten des Jahres. Dennoch setzt sich ein langfristiger Abwärtstrend fort: Seit dem Herbst 2021 hat der Sender fast zwei Millionen Hörer verloren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von sieben Prozent.
Positiv entwickelt sich die Frühstücksshow von Scott Mills auf Radio 2. Sie erreichte durchschnittlich 6,47 Millionen wöchentliche Hörer, ein Anstieg gegenüber dem Vorquartal und die höchste Zahl seit Mills‘ Übernahme der Sendung Anfang 2025. Allerdings liegt die Zahl noch unter der von seiner Vorgängerin Zoe Ball, die im gleichen Zeitraum 2024 noch 6,83 Millionen erreichte.
Helen Thomas, Leiterin von Radio 2, verwies auf die starke Bindung der Hörerschaft. „Vielen Dank an die Radio-2-Hörer, die jede Woche für just über elf Stunden einschalten, ein Rekordwert seit vier Jahren“, sagte sie. Sie erwähnte auch die wohltätige Aktion von Moderatorin Sara Cox, die fünf Marathons in fünf Tagen lief und dabei mit Hörerunterstützung 12 Millionen Pfund für „Children in Need“ sammelte.
Gewinner und Verlierer im BBC-Portfolio
Eindeutige Gewinner sind die Frühstücksprogramme von Radio 3 und Radio Five Live. Die Radio-3-Sendung mit Tom McKinney legte im Quartalsvergleich stark um 22 Prozent auf 840.000 wöchentliche Hörer zu. Auch Five Live verzeichnete ein Plus von 16 Prozent auf 1,48 Millionen Hörer. Beide Programme gewannen ebenfalls im Jahresvergleich Zuhörer hinzu.
Bei Radio 1 stieg die Frühstücksshow von Greg James zwar leicht auf 3,87 Millionen Hörer im Quartalsvergleich, liegt aber unter dem Vorjahreswert von 4,10 Millionen. Die Gesamthörerschaft von Radio 1 sank im Quartal um drei Prozent.
Leichte Rückgänge musste das Flaggschiff von Radio 4 hinnehmen. Das „Today“-Programm hatte Ende des Jahres eine durchschnittliche wöchentliche Hörerschaft von 5,47 Millionen, ein minimaler Rückgang zum Vorquartal und ein Minus von fünf Prozent im Jahresvergleich. Dennoch wuchs die Gesamthörerschaft von Radio 4 im Quartal um ein Prozent auf 8,92 Millionen.
Im kommerziellen Sektor zeichnet sich ein deutlicher Abwärtstrend bei „Greatest Hits“ ab. Die Hörerzahl fiel binnen eines Jahres um 20 Prozent von 7,37 Millionen auf 5,91 Millionen – der niedrigste Stand seit Mitte 2023.
Bei den kleineren Nachrichtensendern gibt es gemischte Signale: Times Radio verlor sowohl zum Vorquartal (minus 4 Prozent) als auch im Jahresvergleich (minus 10 Prozent) Hörer und kommt auf 542.000. GB News hingegen verbuchte trotz eines leichten quartalsweisen Rückgangs von zwei Prozent einen steilen jährlichen Anstieg von 44 Prozent auf jetzt 672.000 durchschnittliche Hörer.