Psychologin erklärt drei Phasen von Demenz und wie man sie erkennt
Eine Expertin erklärt die drei Hauptphasen der Demenz und wie man die Anzeichen bei sich selbst oder anderen frühzeitig erkennen kann. Ihr Beitrag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem in Großbritannien über 944.000 Menschen mit der Krankheit leben – darunter ein von elf Menschen über 65 Jahren.
Dr. Kelynn Lee, CEO des Dementia Care Hub, teilte ihre Erkenntnisse in einem kurzen Video auf TikTok, das diesen Monat erneut geteilt wurde. Sie erklärte, dass viele Menschen fälschlicherweise glauben, es gebe fünf oder sogar zehn Phasen der Demenz. In Wirklichkeit lassen sich die Symptome in drei einfache Phasen unterteilen.
Erste Phase: Mildes Stadium der Demenz
„Ich möchte über die drei Phasen der Demenz sprechen“, begann Dr. Lee. „Ich höre immer wieder von den verschiedenen Stadien. In einem Video gibt es zehn Phasen, in einem anderen sind es sieben und in einem weiteren fünf.“ Laut Dr. Lee ist es hilfreicher, Demenz in nur drei Phasen zu unterteilen, anstatt sich in einer Vielzahl von Stadien zu verlieren. „Menschen wollen wissen, was sie erwarten können, und wie sie am besten unterstützen können“, so die Expertin weiter.
Die ersten Anzeichen einer Demenz, die als mildes Stadium bezeichnet werden, beinhalten in der Regel kleinere kognitive Beeinträchtigungen. Während die betroffene Person im Alltag noch relativ gut zurechtkommt, können Symptome wie Gedächtnisprobleme und Konzentrationsschwierigkeiten auftreten. „Wichtig ist zu erkennen, dass diese Symptome nicht einfach auf Stress oder andere temporäre Zustände zurückzuführen sind“, betonte Dr. Lee. Bei frühzeitiger Demenz treten jedoch oft konstante Verhaltensmuster auf, die sich nicht durch äußere Faktoren erklären lassen.
Obwohl Symptome wie Sprach- und Kommunikationsstörungen bei der Frontotemporalen Demenz oder der vaskulären Demenz häufiger sind, unterstrich Dr. Lee, dass es wichtig ist, auf regelmäßige Muster zu achten, die sich mit der Zeit verstärken.
Zweite Phase: Moderate Demenz
In der zweiten Phase der Demenz zeigen sich häufigere und intensivere Symptome. Zu den typischen Anzeichen gehören Verwirrung, Stimmungsschwankungen, Schwierigkeiten bei der Orientierung und teilweise auch Inkontinenz. „Inkontinenz kann zu einem ernsthaften Problem werden, da das Gehirn nicht mehr die nötigen Signale sendet, um rechtzeitig auf die Notwendigkeit der Toilette aufmerksam zu machen“, erklärte die Psychologin.
Darüber hinaus können die Schlafgewohnheiten gestört werden, was dazu führt, dass Betroffene tagsüber mehr schlafen und nachts unruhiger sind. „Solche Veränderungen sind klar erkennbar und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen“, so Dr. Lee.
Dritte Phase: Schwere Demenz
Die dritte und letzte Phase ist die schwerste, in der die betroffene Person rund um die Uhr auf Pflege angewiesen ist. In dieser Phase können die betroffenen Personen ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen, und die körperlichen Funktionen wie Sprechen und Gehen sind stark beeinträchtigt. „Menschen in dieser Phase sind anfälliger für Infektionen, insbesondere für Pneumonien, was sie für Komplikationen anfällig macht“, sagte Dr. Lee.
„In dieser letzten Phase sprechen wir oft von Demenz als einer terminalen Krankheit, da der Verlauf zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann“, so die Expertin. Hier wird eine dauerhafte Pflege notwendig, um die Lebensqualität der betroffenen Person zu sichern.
Dr. Lee betont, dass die Klassifizierung von Demenz in nur drei Phasen – mild, moderat und schwer – für Angehörige und Pflegende hilfreicher ist, da sie eine klare Orientierung für den Umgang mit der Krankheit bietet. Indem man sich auf diese drei Phasen konzentriert, können Menschen mit Demenz und ihre Familien besser auf die Herausforderungen reagieren, die mit jeder Stufe der Krankheit einhergehen.